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Auf der Jagd nach dem ersten Titel

Rhein-Neckar Löwen greifen an

Für die Rhein-Neckar Löwen ist die Handball-Welt wieder in allerbester Ordnung. «Nur in der Champions League bekommst du eben die Spiele, von denen jeder Handballer in seinem Leben einmal träumt», sagte Manager Thorsten Storm nach dem überzeugenden Qualifikationsturnier in Karlsruhe.

Denn mit ihrer Wildcard können die Löwen doch noch zum dritten Mal in der Champions League auf Titeljagd gehen. Storm muss nun versuchen, mit Heimrechts-Tauschaktionen zumindest die Top-Begegnungen der Königsklasse in die große, aber gut gebuchte SAP-Arena nach Mannheim zu bekommen.

Barcelona, Kiel, Celje, Chambery und Kielce heißen von jetzt die Gegner in der Gruppe A. «Das sind Mannschaften, mit denen man sich als Spieler messen will. Wenn auch nicht unbedingt in der Hauptrunde», sagte Torhüter Henning Fritz. Trainer Ola Lindgren meinte: «Es ist eine riesige Herausforderung, eine starke Gruppe mit starken Gegnern. Aber wir haben Qualität, wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir haben jede Position doppelt besetzt. Das ist ein großer Vorteil», erklärte der 46-Jährige Schwede.

Der Mann, der im Badischen die Handball-Träume wahr werden lässt, heißt Jesper Nielsen. Früher selbst Spieler, hat sich der dänische Modeschmuckfabrikant ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. «Wir wollen der beste Handball-Club der Welt sein», sagte er. Dass dies ohne das nötige Kleingeld nicht umzusetzen ist, weiß Nielsen. Aber davon hat er genug. «Ich schaue mir natürlich von Zeit zu Zeit die Kontostände an, aber über konkrete Zahlen kann ich keine Aussagen machen. Ein kluger Mann hat einmal gesagt, man ist erst reich, wenn man nicht mehr weiß, wie viel man besitzt», sagte er.

Nielsen allerdings hat auch gelernt, dass Geld allein nicht den Weg zum Erfolg ebnet. «Viele denken, die Rhein-Neckar Löwen seien ein stinkreicher Verein, der alles kaufen kann. Das stimmt nicht. Es stimmt aber sehr wohl, dass die Leute, die hinter dem Team stehen, Geld haben. Sie wissen, wie sie mit Geld umgehen müssen. Deshalb werfen wir nicht mit Geld um uns und finanzieren blind riesige Transfers», betonte Nielsen.

Das spüren auch die Spieler. «Ich denke, wir sind schon jetzt viel weiter als in der vergangenen Saison. Wir arbeiten hier alle sehr zielorientiert. Auch wenn wir die Ziele innerhalb der Mannschaft belassen», sagt der isländische Weltklassespieler Olafur Stefansson. Doch das Ziel kann nach der Halbfinalteilnahme vor zwei Jahren nur ein Titel sein. Auch wenn für Finanzier Nielsen ein Scheitern noch kein Beinbruch wäre. «So etwas setzt man nicht in sechs Wochen um, sondern das muss mit Geduld erarbeitet werden», sagte der Däne.