Rhein-Neckar Löwen - Eine Premiere für Stefansson - Rhein-Neckar Löwen machen sich Sorgen um Patrick Groetzki - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Eine Premiere für Stefansson

Rhein-Neckar Löwen machen sich Sorgen um Patrick Groetzki

Olafur Stefansson gehört zu den erfahrensten Akteuren der Rhein-Neckar Löwen und dennoch erlebte der Isländer zuletzt eine Premiere. Noch nie hatte der 36-Jährige bei einem öffentlichen Training mitgemacht. "Das war Neuland für mich, hat aber viel Spaß gemacht", erklärte der Neuzugang der Badener nach der Einheit in der Kronauer Mehrzweckhalle, die für Fans und Interessierte frei zugänglich war. 400 Anhänger waren gekommen und machten sich ein erstes Bild vom neuen Team, das nach Bundesliga-Platz drei im Vorjahr zumindest nicht schlechter abschneiden will.

Damit das möglich wird, schont Trainer Ola Lindgren seine Schützlinge in diesen Tagen nicht. "Die Vorbereitungszeit ist immer hart", sagt Stefansson zwar, doch bei zumeist zwei Einheiten täglich kommt auch der Linkshänder und viermalige Champions-League-Sieger an seine körperlichen Grenzen. "Wir müssen jetzt die Grundlagen legen, um den vielen Partien, die uns erwarten, gewachsen zu sein", begründet der neue Löwen-Coach das aufreibende Programm. Bis auf Gudjon Valur Sigurdsson, der momentan durch eine Manschette an der linken Hand gehandicapt ist, und Patrick Groetzki (Junioren-WM) kann der Schwede alle Cracks voll belasten - und tut dies auch.

Gerade die Lage des Junioren-Nationalspielers sehen die Löwen allerdings mit Sorge. "Das ist für Patrick, aber auch für den Verein keine einfache Situation. Eigentlich ist es auch kaum zu verstehen, dass eine Jugend- oder Junioren-WM beziehungsweise -EM nicht zeitgleich mit den Wettkämpfen der Männer stattfindet", sagt Löwen-Manager Thorsten Storm und fügt an: "So verpasst Patrick fast die gesamte Vorbereitung und die Mannschaft kann sich nicht komplett einspielen. Wenn die Saison beginnt, werden deutsche Junioren-Nationalspieler und Eigengewächse von der Öffentlichkeit aber lautstark gefordert."

Eine Woche lang war Kopenhagen Heimat der Löwen, denn in der dänischen Kapitale hielten die Badener ihr Trainingslager ab. In den drei Testpartien gegen den FCK Håndbold (26:24), Kolding IF (27:32) und Alberslund Glostrup (30:21) sah Lindgren positive und negative Aspekte, wobei in allen Spielen Uwe Gensheimer als bester Torschütze glänzte.

Neben den anstrengenden Trainingseinheiten verschaffte der Löwen-Coach seinen Akteuren aber auch viel Abwechslung. Beispielsweise kamen Fritz, Roggisch & Co. bei einer Kickboxstunde mächtig ins Schwitzen. Deutlich erholsamer war da schon das mannschaftsinterne Golfturnier auf dem Brøndby-Platz. In fünf Teams mit jeweils vier Spielern ging es auf den Neun-Loch-Kurs und am Ende siegte die Truppe von Lindgren mit Karol Bielecki, Carlos Prieto und Physiotherapeut Sascha Pander. Auf Einladung von Hauptsponsor Kasi Group verfolgten die Löwen zudem das Fußballspiel um die Qualifikation für die Europa League zwischen Brøndby IF und Legia Warschau, ehe es noch einen Besuch im Kopenhagener Vergnügungspark "Tivoli" gab.