HSV Hamburg - Igor Vori kann bereits auf beeindruckende Karriere zurückblicken - Riese mit eingebauter Erfolgsgarantie - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Igor Vori kann bereits auf beeindruckende Karriere zurückblicken

Riese mit eingebauter Erfolgsgarantie

Der Mann fällt auf. Mit 2,03 Meter und 110 Kilo ist Igor Vori selbst unter Handballern eine imposante Erscheinung. Für den HSV Hamburg soll der 28 Jahre alte Koloss, der aus Zagreb kam, helfen, endlich wieder Titel einzufahren.Und damit hat der Kreisläufer-Riese schon reichlich Erfahrung. Igor Vori hat bisher 163 Länderspiele für die kroatische Nationalmannschaft bestritten. Bei der Weltmeisterschaft 2003 in Portugal wurde er Weltmeister und bei der Weltmeisterschaft 2005 in Tunesien Vize-Weltmeister. Außerdem holte er bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen Gold.

Doch trotz aller Erfolge gibt sich Vori bescheiden. "Erst einmal bin ich sehr stolz, dass ich in so einer großen Mannschaft wie dem HSV Hamburg spielen darf. Und dann denke ich, dass wir in dieser Saison mit Sicherheit viele Gründe haben werden, um zu lächeln." Und Voris Wunsch wurde schon vor dem Saisonstart in die Realität umgesetzt. Denn den ersten Grund zum Hamburger Lächeln lieferte schon der Gewinn des Supercups in Nürnberg - und das auch noch gegen den Erzrivalen THW Kiel.

Bei seiner Ankunft in Hamburg war der Kreisläufer begeistert und beeindruckt von den Trainingsbedingungen beim HSV Hamburg. "Das kenne ich nur vom FC Barcelona. Aber hier in Hamburg ist alles moderner und noch schöner als in Spanien." schwärmte Vori. Der Kroate trägt seinen Talisman während der Spiele immer auf dem Rücken. Die Rückennummer "Neun" ist ein ständiger Begleiter von Igor Vori. Der Kroate schätzt sie als etwas ganz Persönliches. "Sie bringt mir Glück", sagt er. "Bei meinen Erfolgen mit der Nationalmannschaft trug ich immer die Neun. Sie soll mir auch beim HSV helfen."


Ein wichtiger Baustein

Keine Frage: Der Kreisläufer ist nicht nur wegen seiner hünenhaften Körpermaße eine Größe im internationalen Handball. Es sind die vielen Erfolge, die den 28-Jährigen fast zu einer Titel-Garantie machen. Kein Wunder, dass man sich an der Elbe mit dem Prädikat "Weltklasse" nicht zurückhält. "Die Verpflichtung von Igor Vori ist ein wichtiger Baustein für unser Team", schnalzt Christian Fitzek, der HSV-Sportchef, mit der Zunge. "Sowohl in der Offensive, aber gerade auch für unsere Deckungssysteme werden uns eine Vielzahl an Optionen eröffnet."

Kein Wunder aber auch, dass der Transfer kein Routine-Akt war. Der Epilog war noch von einfacher Natur. Als sein Ex-Club RK Croatia Zagreb mit den Gehaltszahlungen im Rückstand war, kündigte Igor Vori seinen Vertrag. Der Hauptstadt-Verein gab aber nicht klein bei. Er zog das Handy ein, verweigerte die internationale Freigabe, obwohl sich der HSV und der Kreisläufer längst über einen Drei-Jahres-Kontrakt einig waren. Bei den ersten Testspielen befand sich Igor Vori nur in der Beobachter-Rolle. Erst ein Verzicht auf die ausstehenden Gehälter soll den Stein ins Rollen gebracht haben.


Kroatisches Duo

Inzwischen sind Ehefrau Olja und der kleine Sohn Petar in der Hansestadt eingetroffen. In den ersten Tagen war ein anderer Landsmann die wichtigste Bezugsperson in Deutschland. Der gleichaltrige Blazenko Lackovic spielt seit einem Jahr für den HSV, bereits eine halbe Dekade in der Bundesliga. "Wir sind gute Freunde, kennen uns aus der Nationalmannschaft und spielten auch ein Jahr gemeinsam in Zagreb", sagen die beiden Kroaten unisono. Nun unternehmen sie viel gemeinsam. Auch im Training und bei öffentlichen Terminen ist das Balkan-Duo fast immer gemeinsam anzutreffen. Auch wegen der Kommunikation. Igor Vori spricht noch kein Deutsch und kaum Englisch, er braucht einen Dolmetscher.

Dafür kann sich die 2,03 Meter große Abwehrsäule auf Spanisch und Italienisch unterhalten. Beide Idiome sind so etwas wie Relikte des bisherigen Werdegangs. Nachdem der gebürtige Zagreber die Nachwuchsschule seines Heimatclubs RK Zagreb durchwandert hatte, verdiente er sich seine ersten internationalen Sporen in Italien bei Alpi Prato und Pallamano Conversano. Von 2005 bis 2007 krönte ein Ausflug zum ruhmreichen FC Barcelona seine bisherige Karriere. Nun wagt Igor Vori den Schritt in Bundesliga, in die stärkste Liga der Welt. "Ich möchte mich schnell ins Team integrieren und Deutsch lernen - dann hoffe ich, dass wir sehr viel gewinnen", sagt der Kroate.

Igor Vori spielte seit seiner Jugend beim RK Zagreb und bestritt dort auch 1997 seine ersten Ligaspiele. Hier gewann er 1997/98, 1998/99 und 1999/2000 die kroatische Meisterschaft sowie 1997/98 und 1998/99 den kroatischen Pokal. 2001 wechselte er nach Italien zu Alpi und 2002 gleich weiter zum italienischen Serienmeister Pallamano Conversano. Mit den Männern von der Adriaküste gewann er zwar 2002/03 die italienische Meisterschaft und den italienischen Pokal, trotzdem fühlte er sich in Italien nicht wohl und kehrte zurück zum RK Zagreb.

Erneut gewann er 2003/04 und 2004/05 in Kroatien Meisterschaft und Pokal; 2004/05 zog er mit seinem Verein sogar ins Finale des Europapokals der Pokalsieger ein, wo man allerdings Ademar León

unte%__Einzug_%rlag. Doch so geriet er auf die Wunschliste des FC Barcelona; 2005 heuerte er nun bei den Katalanen an. Hier gewann er 2005/06 die spanische Meisterschaft und 2006/07 den spanischen Supercup und die Copa ASOBAL. Im Sommer 2007 interessierten sich auch andere Clubs für ihn: Beim THW Kiel war er zeitweise im Gespräch, schließlich nahm ihn aber sein alter Verein, der inzwischen finanzstärkere RK Zagreb, unter Vertrag. Nach zwei Spielzeiten in Zagreb wechselte er nun zum HSV Hamburg, mit dem er schon den ersten Titel errungen hat. Doch das soll nur der Anfang einer großen Erfolgsgeschichte sein.

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