HSG Wetzlar - Ex-Nationalspieler betreiben mit ihrem Buch Aufklärungsarbeit - Roth-Zwillingen geht es nach Krebserkrankung gut - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Ex-Nationalspieler betreiben mit ihrem Buch Aufklärungsarbeit

Roth-Zwillingen geht es nach Krebserkrankung gut

Die früheren Handball-Nationalspieler Michael und Uli Roth lassen sich im Kampf gegen den Prostatakrebs nicht unterkriegen und betreiben eifrig Aufklärungsarbeit. Die Zwillingsbrüder berichteten , dass ihre Blutwerte nach den Operationen zuletzt sehr gut gewesen sind.

"Von daher fühle ich mich jetzt erst einmal gesund und bin glücklich", sagte Uli Roth. Sein Bruder Michael erzählte, "dass wir auf dem Weg sind, die Krankheit besiegt zu haben". Die Olympia-Silbermedaillengewinner von 1984 stellten in Leutershausen ihr Buch "Unser Leben - unsere Krankheit" vor. Darin schildert der Journalist Udo Ludwig das Leben der 47 Jahre alten Zwillinge und ihren Kampf gegen den Krebs. "Wir wollen ermutigen und informieren", sagte Uli.

Kein Thema für den Stammtisch

Sie wirkten topfit und waren zu Scherzen aufgelegt. Schwer vorstellbar, dass diese beiden Vorzeige-Männer vor wenigen Monaten noch mit dem Tod konfrontiert waren. Im April erfuhr zunächst Michael, heute Trainer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar, dass er Prostatakrebs hat. Im Mai bekam Uli, Manager der Popband Pur, die gleiche Diagnose. Die Zwillinge gingen das vermeintliche Tabu-Thema offensiv an und schilderten im Fernsehen Gefühle und Probleme.

In den vergangenen Monaten wurden beide erfolgreich operiert, die entscheidenden Blutwerte liegen seitdem im grünen Bereich. Es war ein hartes Jahr für die Zwillinge, in der Familie gab es weitere Krankheitsfälle. "Es hat uns richtig gebeutelt", sagt Uli. Er lebe bewusster seit der Auseinandersetzung mit dem Krebs. "Mal das Tempo rausnehmen, Dinge bewusster erleben", sei nun die Devise. Michael erzählt, dass es für ihn heilsam war, mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. "Es hat mir sehr geholfen, darüber zu reden." Die Reaktionen seien fast ausschließlich positiv gewesen.

Prostatakrebs ist die häufigste Tumorart beim Mann - dennoch sprechen Männer nicht gerne darüber. Damit sind Probleme wie Impotenz und Inkontinenz verbunden, kein geeignetes Thema für den Stammtisch. Die Roth-Brüder begegnen der Krankheit mit entwaffnender Offenheit, etwa, wenn Michael sagt: "Dass vielleicht in Extremsituationen etwas in die Hose geht, damit muss man leben." Auch beim Thema Sex nimmt er kein Blatt vor den Mund. Der sei noch möglich, Samenergüsse gebe es aber nun nicht mehr.

"Das perfekte Geschenk für den Mann"

Seit vielen Jahren waren beide regelmäßig zur Vorsorge gegangen, weil es in der Familie schon Prostatakrebs gegeben hatte. Jetzt wollen sie anderen Männern die Angst vor den Untersuchungen nehmen: In dem Buch stehen viele Informationen zur Prostata und zum Prostatakrebs. "Es gibt von zehn Männern mindestens einen, der gar nicht weiß, dass er eine Prostata hat", glaubt Uli. Beim Rest der Männerwelt sei das Wissen nicht viel ausgeprägter.

Bei Michael war es damals seine Frau, die ihn zur ersten Vorsorge schickte. Nicht zuletzt auf die Frauen setzen die beiden Ex- Handballer auch mit ihrer Kampagne: Sie sollen ihre Männer motivieren, zum Arzt zu gehen. "Wir glauben an die Frauen", sagt Uli. Das Buch sei "das perfekte Geschenk für den Mann". 

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