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Kreuzband- und Meniskusriss - Kommt Schmäschke?

Saison-Aus für Carlén

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt. Für Oscar Carlén ist die Saison beendet. Der Weltklasse-Rückraumspieler der SG Flensburg-Handewitt hat sich im Bundesliga-Heimspiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf (36:26) einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen Meniskusriss im rechten Knie zugezogen. "Oscar fällt sechs bis acht Monate aus", sagte SG-Mannschaftsarzt Prof. Dr. Hauke Mommsen.

Ein schwerer Verlust für die Flensburger angesichts des schweren Programms in den nächsten Wochen mit Bundesliga, Champions League und DHB-Pokal. "Jetzt haben wir nur noch elf Spieler", sagte Trainer Ljubomir Vranjes. "Wir haben besonders unter der Weltmeisterschaft zu leiden", klagte Geschäftsführer Holger Kaiser. Mit Thomas Mogensen (ebenfalls Kreuzbandverletzung) und Michael Knudsen (Muskelfaseranriss) waren bereits zwei Dänen verletzt von den Titelkämpfen zurück gekehrt. Die Verletzungen der beiden sind schwerwiegender als erwartet. Kreisläufer Knudsen wird noch vier bis sechs Wochen pausieren müssen, Mogensen wird laut Mommsen frühestens Mitte April wieder zur Verfügung stehen. Mommsen führt die Verletzungen auf die Überbelastung der Nationalspieler zurück: "Es sind immer mehrere Faktoren, die zu einer schwerwiegenden Verletzung führen, aber die Weltmeisterschaft war mit Sicherheit ein Faktor."


Operation in Schweden

Oscar Carlén soll in Schweden operiert werden - von einem befreundeten Arzt der Familie Carlén. Der hatte das Jahrhundert-Talent im Alter von 16 Jahren bereits einmal unter dem Messer. Damals war bei Carlén das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. "So eine Verletzung ist schon starker Tobak für einen jungen Sportler", meinte Mommsen. "Denn als Linkshänder brauchst du für den Handball ein zu 100 Prozent funktionsfähiges rechtes Sprungbein."

Die lange Zwangspause bedeutet auch einen schweren Schlag für den HSV Hamburg. Carlén hatte Ende Dezember 2010 für die kommenden drei Spielzeiten einen Vertrag beim aktuellen Bundesliga-Spitzenreiter unterschrieben.

Während der Schwede im Sommer an die Elbe wechselt, könnte ein alter Bekannter von dort an die Flensburger Förde zurückkehren. HSV-Vizepräsident Dierk Schmäschke soll zum 1. Juli bei der SG den Posten des Geschäftsführers Marketing übernehmen und gemeinsam mit Geschäftsführer Holger Kaiser eine Doppelspitze bilden. Sowohl Schmäschke ("Ich äußere mich nicht zu Gerüchten") als auch SG-Präsident Frerich Eilts ("Ich gebe keine Stellungnahme ab") wollten sich dazu jedoch nicht äußern.

Damit droht der Plan von HSV-Boss Andreas Rudolph, Schmäschke im Sommer als Nachfolger zu installieren, zu scheitern. Der Gesundheitsunternehmer will sich aus allen Ämtern zurückziehen und mit seinen Firmen nur noch als Sponsor zur Verfügung stehen.

Seit 2003 ist Schmäschke für den HSV tätig - zunächst als Berater, später als Geschäftsführer und seit 2006 als bezahltes Präsidiumsmitglied. Der Lebensmittelpunkt seiner Familie befindet sich aber nach wie vor in Harrislee bei Flensburg. Dort bewohnt der 52-jährige ausgebildete Lehrer mit Ehefrau Maike ein Einfamilienhaus. Zuvor hatte er 25 Jahre für die SG gearbeitet - als Spieler und Geschäftsführer.