TV Großwallstadt - Schönes Weihnachtsgeschenk von Alois Mraz - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Schönes Weihnachtsgeschenk von Alois Mraz

Alois Mraz war nicht mehr zu halten. So dauerte es ein wenig, bis seine Wetzlarer Mitspieler den tschechischen Rückraumspieler wieder einfangen konnten - Mraz nämlich war nach seinem 26:26-Ausgleich in letzter Sekunde zu einer kleinen und privaten Ehrenrunde aufgebrochen. Im Sechs-Meter-Raum der HSG stoppten die anderen Grün-Weißen "Loisl" dann ein und warfen sich vor Freude in einer Jubeltraube übereinander, bevor sie vor dem Fanblock Sirtakti tanzten und so den nicht mehr für möglich geglaubten Punktgewinn feierten. Kein Wunder, dass Trainer Michael Roth, der fünf Jahre beim TV Großwallstadt arbeitete, und der neue HSG-Geschäftsführer Sascha Schnobrich, der sogar sieben Jahre für die Mainfranken tätig war, den Mann den Punkgaranten mit Nummer 15 anschließend herzlich umarmten.

Noch sieben Sekunden waren beim Stand von 25:26 zu spielen, als Nikolai Weber sein Tor verließ und Avishay Smoler im roten Trikot als siebenter Feldspielerin Geschehen eingriff. Fünf Sekunden später passte Daniel Valo den Ball zu Mraz, der zum Ausgleich der schwachen Partie traf. Und das, obwohl die HSG vier Minuten vor Schluss noch mit 23:26 zurückgelegen hatte. "Ich habe mir bei meinen Wurf nichts gedacht", sagte Mraz, der den Wurf nach dem Motto "links abknicken, nach rechts nach unten werfen", ins Tor hämmerte.


Zu statisch und ohne Mumm

Es war ein glücklicher Zähler - keine Frage: Die HSG hatte mehrfach mit vier Toren, zuletzt nach 38 Minuten beim Stand von 13:17 in der tempoarmen Begegnung in Rückstand gelegen. "Wir haben im Angriff zu statisch, ohne Durchschlagskraft und Mumm gespielt", analysierte Michael Roth so auch treffend. Richtig, denn seine Mannen, bei denen nur Mraz und Petar Djordjic für Überraschungsmomente sorgen konnten, hatten sich immer wieder in der TVG-Deckung festgerannt. Besser machten es dagegen die Gäste aus Großwallstadt. Sie spielten sich den Ball so lange hin und her, bis die Aggressivität der Wetzlarer Deckung verflogen war. Das war nicht schön, aber wirkungsvoll.