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Schöngarth lässt Hessen jubeln

Eben noch hatte er sich in die Höhe geschraubt. Einen Augenblick später war Jens Schöngarth nur noch unter einem Haufen freudetrunkener Mannschaftskollegen zu erahnen. Kein Wunder, denn mit einem verwandelten Freiwurf in der Schlusssekunde hatte der junge Halbrechte der MT Melsungen seinem Team einen überraschenden und verdienten 22:22 (10:11)-Teilerfolg gegen den Tabellendritten Füchse Berlin gesichert.

"Ich hatte in der ersten Halbzeit ein bisschen Wurfpech", erklärte Schöngarth, "umso schöner für die Mannschaft und mich, dass es dann geklappt hat." Sein Ball schlug flach rechts neben dem Pfosten ein. Zum zweiten Mal in dieser Saison, dass Schöngarth zum gefeierten Held wurde. Schon beim 33:33 im Dezember gegen den SC Magdeburg traf der Junioren-Weltmeister von 2009 mit dem Abpfiff. Auch damals kam er für den Torwart als zusätzlicher Feldspieler aufs Parkett.

Das Unentschieden gegen die Füchse ging absolut in Ordnung. Zwar verschafften sich die Handballer aus der Hauptstadt wiederholt im Verlauf der Begegnung den einen oder anderen Vorteil, den Sack zumachen konnten sie aber nicht. Weil die Hausherren nach enttäuschenden Auftritten gegen Lübbecke und beim DHC Rheinland kämpferisch diesmal voll überzeugten. Aus einem 1:3 machten die Nordhessen ein 5:4, aus einem 6:8 ein 9:8 und aus einem 11:13 ein 15:15. Mit dem Höhepunkt, dass sich die Nordhessen auch nach vier Gegentoren in Folge von Colja Löffler, Alexander Petersson (2) und Michal Kubisztal (17:21) ins Spiel zurückarbeiteten. Gäste-Coach Dagur Sigurdsson beklagte später die Passivität seiner Akteure in der Schlussphase.

Nachdem Michael Schweikardt für die MT nur die Latte getroffen hatte und auf der Gegenseite der schnelle Linksaußen Conny Wilczynski zwei Minuten vor Schluss zum 22:20 für die Hauptstädter erfolgreich war, sah zwar alles noch nach einem Sieg des Favoriten aus. Weil aber der ansonsten treffsichere Petersson in der letzten Minute zu überhastet abschloss, bekamen die Hausherren noch die Chance - und die ließ sich Schöngarth nicht entgehen.

Melsungens Trainer Michael Roth strahlte nach Spielschluss: "Mit dieser Moral hat die Mannschaft ein ganz anderes Gesicht gezeigt als zuletzt beim DHC Rheinland. Jetzt ist das Team aus dem Winterschlaf erwacht."