TV Großwallstadt - Schwaben brauchen mehr Power - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Schwaben brauchen mehr Power

Der HBW begann furios und führte nach Toren von Benjamin Herth (Siebenmeter) und Philipp Müller mit 2:0 (3.). Auch eine doppelte Zeitstrafe brachte das Team von Trainer Rolf Brack nicht aus dem Rhythmus, das den hauchdünnen Vorsprung konsequent verteidigte (4:3/ 9.). Einziges Manko: die erneut schwache Chancenaus- wertung. Während TVG-Keeper Mattias Andersson bereits in der Anfangsviertelstunde sechs Würfe parierte, bekam HBW-Neuzugang Nikola Marinovic kaum einen Ball zu fassen. Unumwunden räumte Balingens Coach ein: "Ich hatte mir natürlich einen weniger deutlichen Unterschied im Torhüterbereich erhofft, doch es wäre falsch, Nikola zum Sündenbock zu machen." Richtig, denn der HBW zeigte - wie immer - eine tolle Moral und kämpfte sich ins Spiel zurück. Verdienter Lohn: Eine 12:9-Führung nach 26 Minuten. Auch zwei individuelle Aussetzer der Balinger nutzten dem TVG nichts: Lobedank und Herth mit seinem fünften Treffer (vier Siebenmeter) konservierten die Drei-Tore-Führung zur Pause (14:11).

Nach dem Seitenwechsel stellte Brack um: Der Sportwissenschaftler versuchte es mit zwei Kreisläufern und einer 4:2-Abwehr gegen die dezimierten Gäste (Zeitstrafe Kneer). Die taktischen Kniffe des 55-Jährigen griffen zunächst. Müller tunnelte Andersson zum 15:11, doch Csaba Szücz und Andreas Kunz schlugen zurück (15:13/ 32.). Der TVG blieb auf Schlagdistanz und nutzte die Fehler der Schwaben eiskalt aus. Symptomatisch: Nach einem Stürmerfoul von Rock Feliho verwandelte Michael Spatz den Konter zum 15:17 (36.). Beim Zwei-Tore-Rückstand der Gäste blieb es zunächst - doch der HBW wackelte bedenklich, obwohl Marinovic drei Würfe aus der Nahdistanz glänzend parierte. Dennoch: Der Österreicher machte bei seiner Premiere in der SparkassenArena keine glückliche Figur - und auch die erste Führung der Franken (46., Weinhold) ging auf seine Kappe. Ein Punkt war noch drin, doch wie schon in Hannover machte sich in den Schlussminuten ein Substanzverlust bei den Schwaben bemerkbar. Knapp drei Minuten vor Spielende bestrafte Köhrmann eine kurzzeitige Orientierungslosigkeit der HBW-Offensive mit dem vorentscheidenden Konter zum 27:23 (56.).