HBW Balingen-Weilstetten - Schwache Begegnung mit vielen Fehlern - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Schwache Begegnung mit vielen Fehlern

Nach den beiden Niederlagen mit je zwölf Treffern Differenz gegen den THW Kiel und beim HSV Hamburg hatte die HSG Wetzlar ihren Fans für die Partie gegen HBW Balingen-Weilstetten Wiedergutmachung versprochen. Zudem war bei der Roth-Truppe Revanche angesagt, mussten sie doch in der Vorrundenbegegnung mit 21:31 eine deftige Klatsche bei den Schwarzwäldern einstecken. "Wir können und dürfen noch nicht zufrieden sein", lautete die Devise von HSG-Coach Michael Roth vor dem Anpfiff angesichts der bislang erreichten 21 Punkte.

Gegen einen Kontrahenten auf "Augenhöhe" standen die Lahnstädter deshalb mächtig unter Druck und zeigten prompt Nerven. Während Balingen seine Kraft aus der kämpferischen Leidenschaft schöpfte, wollte bei Wetzlar nichts gelingen. Schnell führten die Gäste 4:0, und als dann noch HBW-Trainer Dr. Rolf Brack zum taktischen Schachzug griff, mit Benjamin Herth einen siebten Feldspieler für Torhüter Marinovic einzusetzen, offenbarte sich die ganze Unsicherheit im HSG-Team. Die Hausherren verstanden es nämlich nicht, aus den schlecht vorgetragenen Überzahlangriffen der Gäste entscheidend Kapital zu schlagen. Zweimal verpassten Michael Allendorf und Nikolai Weber mit Weitwürfen das verwaiste HBW-Tor, zweimal musste allerdings auch "Torhüter" Herth gegen Christophersen und Mraz hinter sich greifen.

Die schwache Begegnung mit erschreckend vielen technischen Fehlern sah beim 10:14 (37.) und 17:22 (51.) die Schwarzwälder klar in Front, weil es die Mittelhessen nicht verstanden, bei den knappen Zwischenständen (14:15/42. oder 16:18/46.) mit einem souveränen Angriffsspiel zu operieren.

Selbst als es beim 21:23 (56.) noch einmal knapp wurde, besaßen die Wetzlarer kein Mittel, das Ruder doch noch herum zu reißen. "Wir sind katastrophal schlecht in das Spiel gestartet. Acht Tore in einer Halbzeit zuhause, das ist schon jämmerlich", konstatierte später HSG-Übungsleiter Michael Roth, der bei seinen Akteuren jegliche Kreativität vermisste. "Wir haben heute ohne Kopf gespielt und den Gegner mit schwachen Würfen auf- und uns abgebaut", lautete das Fazit des 48 Jahre alten Handball-Lehrers. Kollege Dr. Brack sprach von "einem engen Ding, denn nach der 22:17-Führung mussten wir noch einmal mächtig zittern". Balingens Coach lobte sein Team, das mit einer guten Rückzugsbewegung die Wetzlarer Konterstärke stets zu unterbinden verstand.