THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt - Kieler Staatsanwaltschaft geht gegen Ex-Manager und Ex-Trainer des THW vor - Schwenker und Serdarusic wegen Betrugs angeklagt - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Kieler Staatsanwaltschaft geht gegen Ex-Manager und Ex-Trainer des THW vor

Schwenker und Serdarusic wegen Betrugs angeklagt

In der Affäre um angebliche Bestechung von Handball-Schiedsrichtern hat die Kieler Staatsanwaltschaft Anklage wegen Betrugs gegen den früheren Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker, und Ex-THW-Trainer Noka Serdarusic erhoben. Das bestätigte der Kieler Gerichtssprecher Kai Thomsen der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Anklage sei am 29. Januar bei der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts eingegangen, sagte Thomsen. Schwenker werde Betrug und Untreue in mehreren Fällen, Serdarusic Betrug und Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, dass die Ermittlungen vor dem Abschluss stehen. Weitere Einzelheiten wollte Thomsen nicht mitteilen. Für die Anklagebehörde kündigte deren Sprecher Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer "in Kürze" eine Erklärung an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit über zehn Monaten gegen Schwenker und Serdarusic.

Es können noch Monate vergehen

Ob die 5. Große Wirtschaftsstrafkammer tatsächlich die Anklage zulässt und ein Verfahren eröffnet, entscheidet sich erst nach einem sogenannten Zwischenverfahren, sagte Thomsen. Das Gericht leitet die Anklage zunächst Betroffenen und Angeschuldigten zu. Diese haben dann einen Monat Zeit, Stellung zu nehmen. Danach prüft die Kammer, ob sie gegebenenfalls noch selbst Ermittlungen veranlassen oder Zeugen hören will, bevor sie entscheidet. Bis zur Eröffnung eines Verfahrens könnten so theoretisch Monate vergehen.

Nach Informationen des Nachrichten-Magazins "Spiegel" stehen vor allem zwei Überweisungen des THW Kiel in Höhe von 92.000 Euro im Fokus der Strafverfolger, die auf einem Konto des kroatischen Geschäftsmanns Nenad Volarevic im April und Juni 2007 eingingen. Volarevic bezichtigte sich dem Bericht zufolge angeblich selbst, mit dem Geld zwei polnische Schiedsrichter bestochen zu haben, die am 29. April 2009 das Rückspiel des Champions-League-Finales in Kiel leiteten. Beide Schiedsrichter bestreiten dies jedoch, hieß es weiter.

Anwalt weist jeden Verdacht zurück

Schwenkers Anwalt Harald Riettiens wies im "Spiegel" jeglichen Korruptionsverdacht gegen seinen Mandanten zurück. Der im Rückspiel des Champions-League-Finales unterlegene Gegner des THW Kiel, die SG Flensburg-Handewitt, prüft dem Bericht zufolge wegen angeblicher Manipulation eine Schadensersatzklage gegen den THW.