Staatsanwaltschaft Kiel hat Ermittlungen abgeschlossen - Schwenker und Serdarusic werden angeklagt - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Staatsanwaltschaft Kiel hat Ermittlungen abgeschlossen

Schwenker und Serdarusic werden angeklagt

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den ehemaligen Geschäftsführer des THW Kiel, Uwe Schwenker, sowie den Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic offiziell abgeschlossen und gegen beide Anklage vor dem Landgericht erhoben.

Wie die Behörde mitteilte, wird ihnen zur Last gelegt, im Zusammenhang mit dem Champions-League-Finalrückspiel 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt den polnischen Schiedsrichtern einen höheren fünfstelligen Geldbetrag durch einen kroatischen Mittelsmann "zugewendet zu haben".

Gemeinschaftlicher Betrug

Wäre der Europäischen Handballföderation (EHF) die Geldzuwendung an die Unparteiischen bekanntgewesen, hätte sie das Endspiel mit anderen Referees neu angesetzt oder annulliert, heißt es in der Mitteilung. Folglich wäre die Siegprämie in Höhe von 320.000 Euro nicht an den siegreichen Kieler Bundesligisten ausgezahlt worden. Zudem sei die Chance der Flensburger, ein neu angesetztes Spiel und den Titel zu gewinnen, vereitelt worden. Darin sieht die Staatsanwaltschaft einen gemeinschaftlichen Betrug zum Nachteil der EHF und der SG, zugleich eine Untreue von Schwenker zum Nachteil des THW sowie eine Beihilfe dazu durch Serdarusic.

Zugleich klagt die Staatsanwaltschaft Schwenker an, die THW-Bilanz für das Kalenderjahr 2008 unrichtig erstellt zu haben. Zudem wird dem Ex-Manager vorgeworfen, unter Mitwirkung von Serdarusic weitere Untreuehandlungen zum Nachteil des THW durch Entnahmen von insgesamt 60 000 Euro begangen zu haben.

"Prozessökonomische Gründe"

Stichhaltige Beweise für Manipulationen der Champions-League- Spiele des THW am 6. April gegen Barcelona und am 11. Mai 2008 gegen BM Ciudad Real hätten die Ermittlungen nicht erbracht. Das Verfahren gegen die weiteren Beschuldigten (den kroatischen Mittelsmann, die polnischen Schiedsrichter sowie gegen den früheren Buchhalter des THW) sei aus "prozessökonomischen Gründen" abgetrennt worden.

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