THW Kiel - Selbst HSG-Fans spenden Kiel Beifall - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Selbst HSG-Fans spenden Kiel Beifall

"Wer die Qualität hat, in Lübbecke zu gewinnen, der braucht sich auch nicht vor dem THW Kiel zu verstecken", hieß es im Lager der HSG Wetzlar vor dem Aufeinandertreffen mit den "Zebras". Entsprechend motiviert gingen auch die Schützlingen von HSG-Coach Michael Roth in der Anfangsphase der Begegnung zu Werke, um dann aber schnell feststellen zu müssen, dass an diesem Tag dem Rekordmeister nicht beizukommen war.

"Wetzlar hat uns im Hinspiel dreißig Minuten lang geärgert, als sie bei uns zur Pause 18:14 führten. Wir haben den Gegner dieses Mal nicht auf die leichte Schulter genommen und von Beginn an Gas gegeben", bilanzierte Alfred Gislason, der mit seiner Stammformation schnell für klare Verhältnisse in der fast ausverkauften Rittal-Arena sorgte.

Vor allem Daniel Narcisse und Filip Jicha waren von der zu passiven HSG-Abwehr nicht zu bremsen. Und am gegnerischen Kreis sorgte Marcus Ahlm nicht nur für sechs Siebenmeter, sondern auch für fünf Treffer. Und nicht zu vergessen Thierry Omeyer im THW-Kasten, der mit seinen Reflexen die Wetzlarer Angreifer schier zur Verzweifelung brachte.

Die Kieler Handball-Demonstration, die vom fachkundigen Wetzlarer Publikum gar Beifall auf offener Szene erhielt, spiegelte sich im 13:22-Pausenstand deutlich wider. Doch nach dem Wechsel brachte Wetzlar mit einer 5:1-Formation - Michael Allendorf deckte vorgezogen gegen Daniel Narcisse - plötzlich Sand ins THW-Getriebe. Alfred Gislason musste schon nach neun Minuten seine Schützlinge in einer Auszeit zur Räson rufen, waren sie doch zuvor im zweiten Durchgang nur mit zwei verwandelten Siebenmeter in Erscheinung getreten. Bis auf sechs Tore (19:25) konnten die wackeren Lahnstädter verkürzen, dann schalteten die Kieler wieder einen Gang zu und zogen, trotz Unterzahlspiels, mit drei Treffer in Folge davon.

Der Rest war ein Schaulaufen der Gäste, weil auch Wetzlar in der Schlussphase sechs Minuten ohne Torerfolg blieb. "Wir wollten aggressiv dagegen halten, aber wir haben uns in vielen Situationen zu naiv verhalten. Dennoch haben wir Moral bewiesen, so dass ich angesichts unserer Personalnot (Valo, S. Weber, Jungwirth alle verletzt, Chalkidis gesperrt) mit der Leistung insgesamt gar nicht so unzufrieden bin", urteilte nach dem Schlusspfiff Wetzlars Handball-Lehrer Michael Roth.