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HSV erstmals Meister

"Sensationell und unbeschreiblich"

Erst brachten die Handballer des HSV Hamburg ihre Arena zum Kochen, nun wollen sie einen Party-Marathon auf «Malle» starten: Drei Spieltage vor Saisonende hat der HSV seinen ersten deutschen Meistertitel perfekt gemacht und die heimische o2-Arena in ein Tollhaus verwandelt.

Nach dem 35:30 (20:14) Sieg über den VfL Gummersbach hielt es die 13 296 Zuschauer in der ausverkauften Spielstätte nicht mehr auf den Sitzen. Die Fans feierten den neuen Champion bereits Minuten vor dem Ende mit stehend dargebrachten Ovationen. Nach dem Schlusspfiff jubelten die Spieler ausgelassen auf dem Spielfeld und ließen ihren Trainer Martin Schwalb sowie Präsidenten Andreas Rudolph hochleben, inklusive Bierdusche.

«Das ist sensationell und unbeschreiblich», jubelte Nationalspieler Michael Kraus. Keeper Johannes Bitter meinte: «Deutscher Meister, wie geil ist das denn.» Offiziell wird aber erst am 1. Juni gefeiert, wenn nach dem letzten Heimspiel gegen den TBV Lemgo die begehrte Meisterschale überreicht wird.

Die Hamburger lösen Rekordmeister THW Kiel ab, der 16 Mal die Meisterschaft gewann und die Trophäe zuletzt sechsmal in Serie erobert hatte. In seiner neunjährigen Geschichte holte der HSV zuvor den Europapokal der Cupsieger und zweimal den DHB-Pokal. Doch das Team von Schwalb, der nach dem Saisonende Geschäftsführer wird, kann einen noch größeren Coup landen: Ende Mai stehen die Hamburger im «Final4» der Champions League und haben die Chance auf den Gewinn von Europas wichtigstem Vereinstitel.

Gegen Europapokalsieger Gummersbach ließen die Hamburger, die keines ihrer Heimspiele verloren haben und nunmehr auf 31:1 Punkte in den eigenen vier Wänden verweisen, von Beginn an nichts anbrennen. Hamburg setzte die Oberbergischen, gegen die sie in der vergangenen Saison eine bittere 31:39-Heimpleite kassiert und unter anderem damit die Meisterschaft verspielt hatten, permanent unter Druck, obwohl die Gäste eine ordentliche Leistung ablieferten. Der HSV trat souverän auf - ganz im Stile eines würdigen Meisters.

Präsident und Mäzen Rudolph hat die Mannschaft als Dank zur kollektiven Sause auf dessen Finca nach Mallorca eingeladen. Schon am (morgigen) Donnerstag hebt der Flieger zum Viertagestrip Richtung Balearen-Insel ab. Seit Übernahme des Präsidentenamtes 2005 soll der Unternehmer rund 20 Millionen Euro in den Verein gepumpt haben. Zwar zieht er sich zum Saisonende vom obersten Vereinsamt zurück, bleibt aber Hauptgesellschafter des HSV.

Den Hamburgern gelang eine überzeugende Saisonleistung. Mit bislang 56:6 Punkten hängten sie die Konkurrenz geradezu ab. Pokalsieger THW Kiel liegt wie die Füchse Berlin und die Rhein-Neckar Löwen sieben Zähler (je 49:13) hinter dem neuen Meister. Die drei Teams streiten um den zweiten Rang.

«Seit 24 Jahren wartet die Stadt auf einen großen Meistertitel und die Feier auf dem Rathausplatz. Jetzt ist es soweit», sagte Vizepräsident Dierk Schmäschke. Als letzten Meistertitel in den Massensportarten hatten die Fußballer des Hamburger SV 1987 den DFB-Pokal gewonnen und auf dem Rathausbalkon präsentiert.

Während die Hamburger auf dem Parkett ausgelassen feierten, ließ die SG Flensburg-Handewitt im Kampf um die Europapokalplätze einen wichtigen Punkt liegen. Nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Kiel kamen die Norddeutschen zu Hause gegen den TBV Lemgo nur zu einem 23:23 (9:12). Der TV Großwallstadt bezwang den Tabellenletzten TSG Friesenheim 30:22 (14:9).