TSV GWD Minden - TUS N-Lübbecke - Bundesliga - SG Flensburg-Handewitt bleibt hartnäckigster Verfolger - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Bundesliga

SG Flensburg-Handewitt bleibt hartnäckigster Verfolger

Das Ostwestfalen-Derby hat einmal wieder alle Gesetze des Handballs außer Kraft gesetzt: Ausgerechnet gegen den Nachbarn aus Lübbecke hat GWD Minden seine sportliche Auferstehung gefeiert. Beim 28:23-Erfolg überzeugten die Dankerser über weite Strecken der Partie nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch.
Das Spiel der beiden Kreisrivalen begann wie man es von einem Derby erwartet: emotional, kampfbetont und mit sehr engen Spielständen. Bei den Gästen waren es vor allem die Rückraumschützen, die in dieser Phase trafen, während GWD, angetrieben vom sehr spielfreudigen Stephan Just, seine Erfolge fast ausschließlich aus der Nahdistanz erzielte. Für ihren engagierten Auftritt wurden die Grün-Weißen zum ersten Mal nach zehn Minuten mit einer Führung belohnt. Mehr und mehr zogen die Mindener ein Spiel auf, das die Zuschauer in der ausverkauften KAMPA-Halle auf einen Erfolg hoffen ließ. Mit viel Druck im Angriffsspiel zeigten sich die Hausherren so torgefährlich wie schon lange nicht mehr. Doch auch in dieser Partie mussten die Dankerser wieder eine Phase durchleben, in der der Mannschaft rein gar nichts gelang. So wurde eine 13:9-Führung innerhalb von knapp fünf Minuten aus der Hand gegeben. Erst Barna Putics und Rene Madsen durchbrachen die kurze GWD-Torflaute. Mit dem Halbzeitpfiff legte Aljoscha Schmidt Lübbeckes Nikola Blazicko den Ball durch die Beine und bescherte seinem Team eine Zwei-Tore-Pausenführung. Ein unermüdlicher Stephan Just, Aljoscha Schmidt mit 7 Treffern und Nikolas Katsigiannis mit 13 Paraden waren die auffälligsten Mindener im ersten Durchgang.
Mit viel Tempo kam die Mannschaft von Ulf Schefvert und Frank von Behren aus der Kabine, legte sofort durch Stephan Just und Moritz Schäpsmeier zwei weitere Tore vor. Gestützt durch ihre großen Rückhalt Nikolas Katsigiannis ließen sich die Mindener nicht von ihrer spielerischen Linie abbringen, trafen in dieser Phase von fast allen Positionen. Während man auf den Lübbecker Bank nur schüttelnde Köpfe sah, kämpfte der Tabellenletzte weiter leidenschaftlich um seine Chance. In der „längsten zweiten Halbzeit der Saison" wurde die Partie zunehmend hektischer. Als Rene Madsen in der 25. Minute sein Team mit fünf Treffern in Führung brachte und die Gäste zugleich eine Zeitstrafe hinnehmen mussten, hoffte man in der KAMPA-Halle, dass die Vorentscheidung damit gefallen sei. Und so war es! GWD Minden kämpfte den Vorsprung über die Zeit und freute sich nach dem Abpfiff unbändig über den zweiten und überaus wichtigen Saisonsieg.
Die SG Flensburg-Handewitt hat seine Rolle als hartnäckigster Verfolger des Spitzenduos HSV Hamburg und THW Kiel gefestigt. Die Norddeutschen setzten sich am 21. Spieltag 34:23 (19:9) gegen die HSG Düsseldorf durch. Mit 32:10 Punkten hat die Mannschaft von Trainer Per Carlen sieben Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Hamburg. Die Rheinländer bleiben mit 9:33 Punkten auf Abstiegsplatz 17.In der Spitzengruppe hat sich auch der TBV Lemgo eingerichtet, der sich gegen die HSG Wetzlar mit 29:18 (16:5) durchsetzte und mit nunmehr 13 Siegen und 28:14 Punkten auf den fünften Platz vorschob.Unterdessen kann sich der TV Großwallstadt wieder Hoffnungen auf einen Europacup-Platz machen. Durch ein 29:26 (18:9) bei der MT Melsungen liegt Großwallstadt mit 27:15 Punkten auf Platz sieben in unmittelbarer Reichweite zu den internationalen Plätzen. Melsungen (14:26) liegt weiterhin auf Rang 13.