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Eklat in Frankreich

Skandal um Karabatic: "Gewettet, aber nicht betrogen"

Im Wettskandal des französischen Handballs hat der frühere Kieler Star Nikola Karabatic Wetteinsätze eingeräumt. Den Verdacht einer Spielmanipulation durch die Spieler des französischen Meisters Montpellier AHB wies der Anwalt von Karabatic allerdings zurück.

«Sie haben gewettet, das ist ein sportliches Vergehen, keine Straftat (...). Betrogen haben sie aber nicht», sagte Anwalt Eric Dupond-Moretti dem Radiosender RTL nach einer Polizeiaktion am Sonntagabend, bei der Karabatic und andere MAHB-Spieler nach einem Spiel in Paris in der Kabine verhört wurden.

Mehrere Akteure des Champions-League-Gruppengegners der SG Flensburg-Handewitt stehen im Verdacht, vergangene Saison ein Spiel der französischen Meisterschaft absichtlich verloren zu haben, um Verwandten hohe Wettgewinne von bis zu 250 000 Euro zu ermöglichen. Den betroffenen Spielern drohen wegen Sportkorruption und Betrug drei bis fünf Jahre Haft und sowie Geldstrafen von 75 000 Euro.

Bei der spektakulären Polizeiaktion waren Karabatic, dessen Bruder Luka und fünf andere Spieler am Sonntagabend im Anschluss an die Niederlage von Montpellier bei Paris Saint-Germain (24:38) im Pariser Stade Pierre de Coubertin festgehalten und noch in der Umkleidekabine einem ersten Verhör unterzogen worden. Danach waren sie in Gewahrsam genommen worden und wurden zu weiteren Befragungen in Polizeiwagen mit heulenden Sirenen zum Sitz der Glücksspiel-Polizei im Pariser Vorort Nanterre gefahren.

In Paris und Montpellier seien am Sonntag außerdem zehn weitere Personen, darunter Spielerfrauen verhört worden, berichteten Medien unter Berufung auf die zuständigen Behörden. Die Karabatic-Brüder und andere verwickelte Spieler sollten am Montag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Nach Polizeiangaben handelt es sich unter anderen um den slowenischen MAHB-Profi Vid Kavticnik sowie um zwei PSG-Handballer, die letzte Saison in Montpellier unter Vertrag standen, so dass es sich nur um den französischen Nationalspieler Samuel Honrubia und den serbischen Internationalen Mladen Bojinovic handeln kann.

Erst am Mittwoch war bekanntgeworden, dass gegen mehrere MAHB-Profis sowie anderen den Spielern und dem Club nahestehende Personen ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts eingeleitet wurde. Bei der Affäre geht es um die sensationelle 28:31-Niederlage des französischen Rekordmeisters und Champions-League-Siegers von 2003 am 12. Mai beim abstiegsgefährdeten Club Cesson-Rennes HB. Montpellier stand damals schon als Meister fest, die späteren London-Olympiasieger Nikola Karabatic und Honrubia waren wegen Verletzung nicht dabei.

Damals wurden ungewöhnlich viele und sehr hohe Wetteinsätze auf einen Halbzeitrückstand und eine Niederlage Montpelliers getätigt. Die Polizei fand laut Medien inzwischen heraus, dass viele Wetten damals von Frauen, Freundinnen und Angehörigen der Spieler abgeschlossen worden seien. Der 28-jährige Karabatic, der mit Frankreich je zweimal Olympiasieger und Weltmeister war und in seiner Heimat 2011 zum Sportler des Jahres gewählt worden war, gab bisher keine persönliche Stellungnahme ab.