HSG Wetzlar - Sonderzahlungen retten den Club vor der Insolvenz - Axel Geerken erhält kein gutes Zeugnis - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Sonderzahlungen retten den Club vor der Insolvenz - Axel Geerken erhält kein gutes Zeugnis

>"Wenn ich aus heutiger Sicht im Oktober, spätestens Anfang Dezember gewusst hätte, um welche Unterdeckung es sich bei uns handelt, gäbe es die HSG Wetzlar nicht mehr", bekannte Aufsichtsratschef Hardo Reimann mit zittriger Stimme, dass der Bundesligist zur Jahreswende kurz vor der Insolvenz stand. Nur durch außerordentliche Einnahmen in Höhe von 655.000 Euro, davon 350.000 durch Sponsoren, 140.000 durch neu gezeichnete KG-Anteile sowie 165.000 durch private Darlehen, konnte das Aus für die Mittelhessen auch mit Hilfe der heimischen Politik und Wirtschaft gerade noch abgewendet werden. "Die Sonderzahlungen sind ein einmaliges Ereignis", sagte Reimann, der jeden Schritt mit einem Insolvenzanwalt abgestimmt hatte und zwischenzeitlich dachte, dass die Lage bei der HSG aussichtslos sei. "Wir sind jetzt glatt, aber noch nicht über den Berg", so Reimann, der davon ausgeht, dass die HSG bei einem Etat von 2,7 Millionen Euro das am 30. Juni 2010 endende Wirtschaftsjahr mit einem Überschuss von 45.000 Euro abschließt. Als Grund für den Liquiditätsengpass nannte der Wetzlarer Anwalt "ausufernde Kosten" besonders im zweiten Halbjahr 2009, nachdem er intern bereits im Juli 2009 eine Unterdeckung von 550.000 Euro prognostiziert hatte. "In der Geschäftsstelle wurden viele Tage lang nur Beleg für Beleg überprüft", sagte Reimann und stellte damit dem zum 1. Februar nach Gummersbach gewechselten Geschäftsführer Axel Geerken kein gutes Zeugnis aus. "Er hat Superarbeit geleistet - im Tor", kritisierte auch Manager Rainer Dotzauer den Ex-Keeper und seinen langjährigen Weggefährten hart, wobei auch der ehemalige Finanzbeamte mit kostspieligen Personalentscheidungen nicht unschuldig an der Misere bei der HSG war. Der gelernte Steuerfachgehilfe Geerken wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.


Mietvertrag gekündigt

Den Mietvertrag mit dem Hallenbetreiber, der Firma Gegenbauer in Berlin, hat die HSG zum 30. Juni 2010 gekündigt, will bei verringerten Mietzahlungen aber weiter in der Rittal-Arena spielen. Reimann beklagte, dass die Grün-Weißen wegen der hohen Hallenmiete von insgesamt 222.000 Euro und fehlenden Cateringeinnahmen gegenüber allen anderen Bundesligisten, die in diesem Bereich zumindest eine schwarze Null schreiben würden, einen erheblichen Wettbewerbsnachteil hätten.


Müller als Neuzugang

Ab der nächsten Saison wird der halblinke Rückraumspieler Philipp Müller (Balingen-Weilstetten) für zwei Jahre bei der HSG spielen, der bis zum 30.Juni 2012 einen Vertrag unterschrieben hat. "Er ist nicht nur ein wurfgewaltiger Angreifer, sondern besitzt auch die entsprechende Robustheit in der Abwehr", sagte Dotzauer, der Reimann, "mit dem ich nicht immer den besten Draht hatte", seine "Hochachtung" für dessen Rettung seines Lebenswerks zollte. Bis 2012 wird auch der umworbene Linksaußen Kevin Schmidt bei den Grün-Weißen bleiben, dessen Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag gestrichen wurde. Dagegen wird Michael Allendorf nach der Saison zu MT Melsungen verlassen. "Bei ihm habe ich den Fehler gemacht, dass ich mich auf sein Wort verlassen habe. Er hatte auch einen ausgearbeiteten Arbeitsvertrag vorliegen", sagte Geschäftsführer Sascha Schnobrich, dem allerdings die Unterschrift des 23-Jährigen unter den Kontrakt fehlte, so dass dieser ablösefrei wechseln kann. Dagegen will Trainer Michael Roth trotz anderer Anfragen bis zu seinem Vertragsende am 30. Juni 2011 in Wetzlar bleiben, "nachdem bei mir das Vertrauen in die Vereinsführung zurückgekehrt ist."

Seine Karriere dagegen beendet Kreisläufer Gregor Werum zum Saisonende. "Der Entschluss ist sehr lange in mir gereift", sagt der 32-Jährige, der auf rund 300 Erstligaspiele mit über 450 Treffern zurückblicken kann. HSG Wetzlar

KOMMENTARE

altinho, 03.03.10, 17:48 Uhr
Das ist wieder einmal typisch HSG ( Hat Spaß Gemacht ). Alle Schuld an der seit Jahren bekannten und immer unter den mehr »
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