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Starke Melsunger Rückraumachse

"Angst?", fragte Ryan Zinglersen augenzwinkernd, "Angst habe ich nur, wenn ich im Dunkeln Frankreichs Abwehrchef Didier Dinart begegne." Aber keinesfalls sei ihm vor dem Duell mit den Schwaben bange, strotzte der Däne in Diensten der Bartenwetzer nur so vor Selbstvertrauen - und das strahlte seine Truppe von der ersten bis zur letzten Minute aus. Unbeeindruckt von der Balinger Führung sorgte Savas Karipidis, der nach langer Verletzungspause ein eindrucksvolles Comeback feierte, mit einem Doppelschlag für die Melsunger Führung (1:2/4.). Den knappen Vorsprung konservierten die Nordhessen zunächst, welche die präsentere Mannschaft auf der Platte stellten: kompromisslos in der Abwehr, hellwach und ideenreich in der Offensive. HBW-Trainer Dr. Rolf Brack reagierte, brachte Alexander Oelze für den schwachen Benjamin Herth. Der Ex-Magdeburger sorgte für mehr Struktur im Spiel der Schwaben, doch weiterhin lag die Zinglersen-Truppe vorn: mit 8:7 (13.). In Überzahl brachte der Balinger Coach zwei Kreisläufer, doch die taktischen Winkelzüge des Sportwissenschaftlers griffen nicht. Der 56-Jährige versuchte wild gestikulierend sein Team auf Kurs zu bringen. Vergebens. MT-Keeper Mario Kelentric nagelte seinen Kasten förmlich zu, fischte sich einen Siebenmeter und zwei "Freie". Die Balinger zeigten Nerven und fielen weiter zurück (8:11/20.). Auch in der Folgezeit blieb die MT am Drücker und ließ sich selbst vom Anschlusstreffer des Tabellen-15. nicht aus dem Konzept bringen. Vier Sekunden vor dem Gang in die Kabinen nahm Brack dann den Torhüter raus und tatsächlich netzte Rock Feliho noch ein. Doch die Zeit reichte nicht mehr. Die Balinger hatten einen Spieler zu viel auf dem Parkett und gingen nicht nur mit einem 13:15-Pausenrückstand, sondern auch in nummerischer Unterlegenheit in die zweite Spielhälfte.

In doppelter Überzahl baute Melsungen den Vorsprung auf vier Tore aus (13:17/31.), auch weil der HBW die starke Rückraumachse der Hessen um den umsichtigen Nenad Vuckovic nicht in den Griff bekam. Feliho brachte die Balinger noch einmal in Schlagdistanz (27:29/ 59.), doch Grigoris Sanikis und Karipidis hielten die Schwaben weiter auf Distanz.