Interview mit HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann - "Starke Position weiter ausgebaut" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Interview mit HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann

"Starke Position weiter ausgebaut"

Die erste Halbserie der Saison 2009/10  ist am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen. Nach dem ersten Spieltag der Rückrunde geht die Bundesliga in die EM-Pause. Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, zieht eine positive Bilanz, trotz der Skandale und wirtschaftlichen Probleme in der Liga.

>Das Jahr 2009 geht allmählich dem Ende entgegen, die erste Saisonhälfte ist gespielt. Das ist eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Wie stellt sich aus Ihrer Sicht die Handball-Bundesliga dar?
„Der Handball insgesamt und insbesondere die Handball-Bundesliga haben ihre starke Position weiter ausgebaut. Dies belegen auch die jüngsten Marktforschungsergebnisse von Sport & Markt, die wir im Januar veröffentlichen werden. In der öffentlichen Wahrnehmung hat der Handball  einen Stellenwert erreicht, der uns – in der Kombination mit der Nationalmannschaft – deutlich als Mannschaftssportart Nummer eins nach Fußball ausweist. Diese Position ist hart erarbeitet und keine Selbstverständlichkeit. Um diese Position zu behaupten und weiter auszubauen, werden Liga, DHB und die internationalen Verbände auch weiterhin viel investieren müssen.“

>Dabei war 2009 ein aus Sicht der HBL durchaus – nennen wir es mal – komplexes Jahr. Zum Beispiel hat sich in Sachen TV-Vertrag einiges geändert. Seit dem Sommer ist das Deutsche SportFernsehen TV-Partner Nummer eins. Wie sind Ihre Eindrücke der bisherigen Kooperation?
„ Als Partner sind DSF und HBL ja alte Bekannte. Als „Live“-Partner begleitet uns der Münchner Sportsender schon seit mehr als 15 Jahren. Das nun gemeinsam verfolgte Programmkonzept bietet ja nicht nur so viel Handball Live wie nie zuvor, sondern auch neue Nachrichten- und Magazinformate, die einen hinter die Kulissen blicken lässt und dem Zuschauer Handballpersönlichkeiten näher bringt. Das DSF und die HBL sind mit dem ersten halben Jahr der Partnerschaft sehr zufrieden. Es wurden neue Anwurfzeiten etabliert, Quotenrekorde erzielt und trotzdem ist es uns gelungen, fast ausnahmslos die Spieltage innerhalb einer Woche abzuschließen. Verzehrte Tabellenbilder, die es in anderen Sportarten und sicherlich auch früher im Handball gegeben hat, wurden fast vollständig vermieden.“

>Nach anfänglicher Zurückhaltung kehrten auch ARD und ZDF zurück ins Boot.
„Auch an der Partnerschaft mit ARD und ZDF ist uns sehr gelegen. Der Ausbau der Verwertungsrechte der Fußball-Bundesliga hat bei den Öffentlich-Rechtlichen zu einer Neuausrichtung des Sportangebotes geführt. So zeigen die 3. Programme in ihren Sportformaten am Sonntagabend nahezu alle zur gleichen Zeit die gleichen Fußballspiele. Hier würde ich mir viel mehr anderen Sport und natürlich dabei mehr Handball wünschen. Trotzdem erreichen wir auch jetzt über das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen eine große Anzahl unserer Anhänger und die Qualität der Berichterstattung hat die gewohnte Erstklassigkeit.“

>Auch in der Auslandsvermarktung geht die Liga neue Wege.
„Mindestens in den nächsten 4 Jahren arbeiten wir im Bereich Auslandsvermarktung mit der Sportsman Media Group zusammen. Die ersten Monate der Zusammenarbeit sind von riesigem Engagement und vielen Vertragsabschlüssen geprägt. Die Handball-Bundesliga hat eine internationale Resonanz wie noch nie zuvor. Mittelfristiges Ziel hierbei ist es auch große Märkte wie z.B. die USA oder Südostasien zu erschließen, die bislang durch den Handball noch nicht ausreichend erschlossen sind.“

Lesen Sie hier den zweiten Teil des Interviews: "Rechnen mit neuem Zuschauerrekord"