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Schweigen gebrochen

Stefan Kretzschmar will den SC Magdeburg verlassen

Stefan Kretzschmar hat das Schweigen gebrochen: Der frühere Kult-Handballer will seinen Club SC Magdeburg verlassen. Derzeit wird über die Auflösung seines bis 30. Juni 2010 laufenden Vertrages als Sportdirektor verhandelt.

Dies teilte Kretzschmars Anwalt Simon Bergmann mit. «Anlass hierfür sind ausschließlich persönliche Gründe», hieß es in dem Schreiben. Damit beendete der 218-malige Nationalspieler alle Spekulationen über seine Zukunft beim SC Magdeburg.

Die Initiative für die angestrebte Vertragsauflösung sei von Kretzschmar ausgegangen. Der Verein würde bei vorzeitiger Vertragsauflösung «wirtschaftlich erheblich entlastet». «Das dem SC Magdeburg unterbreitete Angebot sieht vielmehr vor, dass Stefan Kretzschmar auf einen Großteil seiner Gehaltsansprüche verzichtet», erklärte Kretzschmars Rechtsbeistand.

Der frühere Linksaußen hatte in der Saison 2007/2008 seine aktive Laufbahn beendet und ist seither Sportdirektor des Clubs. Zwischenzeitlich trainierte er nach der Trennung des Vereins von Trainer Bogdan Wenta gemeinsam mit Helmut Kurrat das Bundesliga-Team.

Kretzschmar ließ Gerüchte dementieren, er würde den ehemaligen Champions-League-Sieger verlassen wollen, um zum Liga-Konkurrenten HSV Hamburg zu wechseln. «Mit dem HSV Hamburg wurden über einen Wechsel keine Gespräche geführt», teilte Anwalt Bergmann mit. Auch Spekulationen über eine Abfindung von 200 000 Euro würden jeder Grundlage entbehren.

Mit Kretzschmars Vorstoß ist zunächst die Verwirrung um seine Personalie beendet. Zuvor hatte sich Geschäftsführer Eckhard Lesse zu einer möglichen Trennung von dem Sportdirektor nicht äußern wollen. «Kein Kommentar», sagte Lesse.

Im MDR-Magazin «Sachsen-Anhalt heute» sagte Kretzschmar, dass es «unüberwindbare Differenzen» mit der Vereinsführung gebe. Die Arbeit mit der Mannschaft sei grandios gewesen und der SCM ein Verein, den man eigentlich nicht verlassen möchte. Aber nach den vielen Veränderungen und Schwierigkeiten in den vergangenen zwei Jahren sei er nun an einem Punkt, wo er persönlich sehr enttäuscht sei und es keinen Sinn und Spaß mehr mache. Offenbar bestehen Differenzen zwischen dem 36-jährigen und der Chefetage über das Vorgehen bei der Suche nach einem Nachfolger für Trainer Michael Biegler, der in der nächsten Saison zum TV Großwallstadt wechselt.

Während Sportdirektor Kretzschmar Biegler noch bis Vertragsende 2010 halten möchte, will Lesse so schnell wie möglich einen neuen Trainer verpflichten. Er hatte dies zur Chefsache erklärt. Biegler sagte der dpa: «Ich weiß, dass Herr Lesse versucht hat, mich am Donnerstag vergangener Woche zum wiederholten Mal dem TV Großwallstadt ab sofort anzubieten - mit dem Ziel einer Vertragsauflösung in Magdeburg.» Dies könne sein Berater bestätigen.

Kretzschmar war Ende der vergangenen Spielzeit noch als Sieger aus einem Machtkampf mit dem Manager Holger Kaiser hervorgegangen. Von dem damaligen Vereinspräsidium hatte der frühere Linksaußen Rückendeckung erhalten. Kaiser hatte seinen Hut genommen und ist inzwischen Manager des Bundesliga-Konkurrenten SG Flensburg- Handewitt.

 

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