THW Kiel - Tabellenführer für eine Nacht - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Tabellenführer für eine Nacht

Der THW Kiel hatte im Meisterrennen am Freitag vorgelegt - Hamburg am Samstag nachgezogen: Die "Zebras" gewannen beim TSV Hannover-Burgdorf verdient mit 32:25. Mit dem Erfolg war Kiel (56:6 Punkte) zumindest für eine Nacht am HSV Hamburg (55:5) vorbeigezogen. Acht Tage vor dem großen Showdown im direkten Duell zwischen dem HSV und Kiel präsentierte sich der Rekordmeister zu Beginn unkonzentriert und überhastet (7:11/19.). "Wir dürfen die Vorbereitung auf die anderen Spiele bei dem ganzen Gerede über die Hamburg-Partie nicht vergessen", hatte THW-Coach Alfred Gislason bereits vor der Partie beim Aufsteiger gewarnt.

Vieles hatte auf einen Spaziergang des Rekordmeisters hingedeutet. Die Gastgeber hatten bei einem kraftraubenden Unentschieden in Minden (27:27) den Klassenerhalt perfekt gemacht, aber mit Jacek Bedzikowski den Abwehrchef und mit Ex-Zebra Piotr Przybecki ihren zweitbesten Schützen (106 Tore) verloren. Beide hatten sich verletzt in den Dienst in der Mannschaft gestellt, gegen Kiel schauten sie nur zu. Doch ihr Fehlen fiel nicht auf.

Mit großer Leidenschaft bot das Team von Frank Carstens dem hohen Favoriten die Stirn. Einem Favoriten, der in der ersten Halbzeit von der Rolle war. In der Abwehr viel zu brav, im Angriff ein Fehlerfestival - im THW-Dress erreichte bis zur Pause keiner Normalform. Thierry Omeyer, nach 13 Minuten ausgewechselt. Christian Zeitz, von einer Magen-Darm-Grippe gebeutelt, nach drei Fehlwürfen (15.) raus. Dominik Klein, der mehrfach frei an Schlussmann Jendrik Meyer scheiterte, handelte sich gar ein intensives Einzelgespräch mit seinem erbosten Trainer Alfred Gislason ein.

Etwas besser wurde es erst, als Kiel in der 20. Minute die Deckung auf die offensive 3:2:1-Variante umstellte und im Angriff Henrik Lundström und Aron Palmarsson trafen. Dann die Vorentscheidung: Zeitz traf erst zum 24:19, dann zum 25:19 - Hannover ging die Kraft aus. "Ich bin froh, dass wir hier überhaupt gewonnen haben", sagte Kiels Trainer Gislason.