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Melsungens Trainer Michael Roth im Interview

Talente entwickeln und fördern

Allerorts wird über das desaströse Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Schweden gerätselt und diskutiert. Michael Roth, Cheftrainer der MT Melsungen, bildet da keine Ausnahme. Er fordert, dass Deutscher Handball-Bund (DHB) und Handball-Bundesliga (HBL) noch enger zusammenarbeiten. Er setzt auch bei der MT auf die Förderung eigener Talente.

> Wie kommt der deutsche Handball aus dem Schlamassel wieder heraus?

Michael Roth: "Da muss jeder bei sich selbst anfangen. Vielleicht wird man dann sehen, dass insgesamt gar nicht so viel verkehrt läuft. Ich finde, dass junge Spieler nicht so schnell ihre Karriereplanung einem Spielerberater überlassen sollten, sondern für sich selbst sehen, wie werde ich ein erfolgreicher Handballer. Ein Beispiel ist Steffen Fäth, der als Spieler der Rhein-Neckar Löwen und dann auch des VfL Gummersbach auf Postern, aber kaum auf dem Spielfeld zu sehen war."

> Wie wollen Sie als MT-Coach dazu beitragen, dass mehr eigene Talente gefördert werden?

"Indem man Talente entdeckt und entwickelt. Als deutscher Trainer hat man natürlich ein viel größeres Interesse, eigene Nachwuchsleute zu fördern."

> Inwieweit lässt sich das mit den hohen Zielen der Melsunger in Einklang bringen?

"Wir haben mit Spielern wie Jens Schöngarth oder Felix Danner echte Talente in den eigenen Reihen. Grundsätzlich ist es wichtig, dass sich ein Trainer auch mit jungen Handballern beschäftigt, die vielleicht nicht so einfach sind. Ich hatte die Situation damals mit Christian Zeitz in Östringen."

> Was nimmt sich Ihr Team für den Rest des Spieljahres vor?

"Wir bewegen uns weiterhin im Abstiegskampf. Das mache ich der Mannschaft klar, aber auch den Verantwortlichen im Umfeld. Es ist noch ein langer Weg. Ich bereite meine Spieler psychisch und physisch darauf vor. Wir wollen schnell da unten herauskommen. Das Heimspiel nächsten Mittwoch gegen Lübbecke ist gleich eine richtungsweisende Partie für uns."

> Im DHB-Pokal winkt das Finalturnier in Hamburg?

"Das Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen ist noch ganz weit weg." > Bei einigen Spielern laufen die Verträge aus.

> Was passiert mit Akteuren wie Ivan Brouko, Mario Kelentric und Robert Lechte?

"Wir hatten in den vergangenen Wochen viel Zeit, um mit den Spielern zu reden. Es gibt ein Gesamtkonzept, dass ich als Trainer noch verabschieden muss. Demnächst werden wir darüber informieren, wer geht, wer kommt und wer bleibt." > Auf welchen Positionen werden Sie im Hinblick auf die kommende Serie etwas tun? "Das kann ich noch nicht sagen. Mir ist Kontinuität wichtig. Deshalb wird es nur punktuell Veränderungen geben."