HSV mit Auftakt-Patzer - THW Kiel deklassiert den Aufsteiger - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
HSV mit Auftakt-Patzer

THW Kiel deklassiert den Aufsteiger

Der Titelverteidiger THW Kiel im Torerausch, der hochgehandelte Jäger HSV Hamburg sofort unter Druck: Die Handball- Bundesliga der Männer startete mit einigen unerwarteten Ergebnissen.

War das 37:19 (15:10) der Kieler gegen Aufsteiger TSG Friesenheim eher der erwartet leichte Aufgalopp für den Champions-League-Sieger, patzte Hamburg beim 30:32 (13:17) bei Frisch Auf Göppingen und machte seine Euphorie um den Sieg im Supercup sofort zunichte. «Wir waren lange in Rückstand und als wir den Ausgleich hatten, haben wir es nicht geschafft, den Schalter ganz umzulegen», kritisierte HSV- Kapitän Guillaume Gille nach dem 30:32 (13:17) zum Liga-Auftakt bei Frisch Auf Göppingen.

«Ich denke, wir haben heute verdient gewonnen. Meine Mannschaft hat über 60 Minuten gekämpft und alles reingelegt», bilanzierte Göppingens Coach Velimir Petkovic, der nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 28:28 (55.) zittern musste.

Nach dem Sieg im Supercup gegen Meister THW Kiel blieb Hamburg vor allem in der ersten Hälfte in den Eins-gegen-Eins-Situationen vieles schuldig. Da half auch das Mitwirken von Torschützenkönig Lindberg nur wenig, der trotz einer Bänderdehnung im linken Fuß siebenmal erfolgreich war - und dabei nach Club-Angaben auch den 1000. Siebenmeter-Treffer in der Vereinsgeschichte markierte. Toptransfer Michael Kraus glückte nur ein Tor.

Die Kieler mussten gegen Friesenheim nicht mehr als nötig tun, um sich die erste Tabellenführung zu holen. Rechtsaußen Christian Zeitz gelangen zehn Treffer. Zumindest eine Viertelstunde lang zeigte der Neuling, warum er in der Bundesliga spielt, führte gar dreimal.

Ein dramatisches Spiel zweier Europapokalgewinner erlebten die Zuschauer in der Lipperlandhalle in Lemgo. Der gastgebende TBV musste sich dem VfL Gummersbach mit 30:31 (17:16) geschlagen geben. Der VfL führte dank des neunfachen Torschützen Igor Anic fast über die gesamte Spielzeit, konnte sich aber nie mit mehr als drei Toren Differenz absetzen. 41 Sekunden vor dem Ende fiel der Siegtreffer durch Adrian Pfahl.

Für Meisterschaftsaspirant Rhein-Neckar Löwen verlief der Auftakt erfolgreich, aber nicht ohne Zittereinlagen. Die Mannschaft von Coach Ola Lindgren gewann ihr Gastspiel bei HBW Balingen-Weilstetten mit 31:30 (13:11), tat sich dabei aber lange schwer.

Zum Ende des Spiels entspannter ging es bei den Füchsen Berlin zu. Beim 26:18 (9:9) gegen den TSV Hannover-Burgdorf konnte aber nur die Defensive um Keeper Silvio Heinevetter überzeugen. «Ich hatte nie wirklich Sorgen um den Sieg, aber mit der Unsicherheit im Angriff können wir nicht leben», meinte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.