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Flensburg gegen Hamburg und Göppingen gegen Kiel

Titelrennen: Zweikampf oder Mehrkampf?

SG Flensburg-Handewitt gegen den HSV Hamburg und Frisch Auf Göppingen gegen den THW Kiel – die ersten Vier der Handball-Bundesliga sind in dieser Woche unter sich. Die Konkurrenz ist gespannt auf den Ausgang der beiden Spitzenspiele. Wird aus dem Titelduell doch noch ein Mehrkampf oder können sich die Rhein-Neckar Löwen und Gummersbach wieder Hoffnungen im Kampf um Platz drei und damit das Erreichen der Champions League machen?

Zum Auftakt erwarten die Flensburger heute (Dienstag, 20.15 Uhr/DSF) in der ausverkauften Campushalle den Spitzenreiter, die „Zebras“ gastieren morgen (Mittwoch, 20.15 Uhr/DSF) beim Tabellendritten. „Hamburg und Kiel spielen in einer anderen Liga“, hatte SG-Trainer Per Carlén nach der 32:37-Hinspielpleite in der Color-Line-Arena erklärt. Es klang schon nach Resignation vor der Übermacht der beiden großen Titelanwärter. Inzwischen hat der 49-jährige Schwede seine Meinung revidiert. „Der Unterschied ist nicht mehr so groß. Das belegen die letzten Ergebnisse des THW und HSV.“

Der Flensburger Coach glaubt auch den Grund dafür zu kennen, warum den beiden Großen ihre Souveränität abhanden gekommen ist. „Europameisterschaft, Champions League, Bundesliga – Handball, Handball, Handball. Die Spieler sind körperlich und auch im Kopf ein bisschen müde“, hat Carlén ausgemacht. Diese Chance will der Schwede mit seiner SG nutzen, nachdem bei den Flensburgern im Hinspiel viel schief gelaufen war. „Da haben wir in der ersten Halbzeit allein elf technische Fehler gemacht. Und auch die zweite Welle hat nicht gut funktioniert“, erinnert er sich. Die gleichen Fehler sollen sich in eigener Halle nicht wiederholen. „Das kannst du gegen den HSV nicht machen. Die Mannschaft ist Weltklasse im Gegenstoß, da wird jeder Fehler bestraft.“

Im Gegensatz zum HSV hatte die SG in der Liga zwei Wochen Pause. Ein Vorteil oder ein Nachteil? Per Carlén kann es nicht genau abschätzen. Er glaubt, die punktspiellose Zeit mit zwei Testspielen in Dänemark gegen Bjerringbro-Silkeborg und Aarhus GF gut überbrückt zu haben. „Ich denke, wir werden schnell unseren Rhythmus finden.“ Mit großem Respekt reisen die Hanseaten an die Förde. In der Bundesliga gelang dem HSV erst ein einziger Punktgewinn, ansonsten verließen die Hamburger die Campushalle stets als Verlierer, zuletzt gab es ein 28:32. „Flensburg ist eine Spitzenmannschaft. Ich glaube nicht, dass wir favorisiert sind. Generell ist in Flensburg kein Gegner der Favorit“, sagt Matthias Flohr. Auch Präsident Andreas Rudolph erwartet „eine ganz schwere Kiste“. Und Marcin Lijewski, der selbst bis 2008 das SG-Trikot trug, weiß: „Wir werden alles einbringen müssen, was wir haben. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir die starke SG-Abwehr knacken. Das wird auf jeden Fall weh tun.“ In der Abwehr liegt nach Meinung von SG-Teammanager Ljubomir Vranjes der Schlüssel zum möglichen Erfolg. So offensiv wie Gummersbach werden die Flensburger gegen den HSV jedenfalls nicht spielen. „Wir haben mit Tobias Karlsson und Jacob Heinl in der Mitte eine der besten Abwehrreihen der Liga. Da reichen ein paar kleine Veränderungen.“ Der kleine Schwede hat ein gutes Gefühl: „Wir gewinnen 29:26.“ Einen Tipp will Trainer Per Carlén dagegen nicht abgeben. „Wir werden alles für einen Sieg tun“, verspricht er. „Aber dafür müssen wir ein super Spiel machen.“