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Clubs verweigern Spieler-Freigabe für Spiel der Weltauswahl

Top-Clubs proben den Aufstand

Die Bundesliga geht auf Konfrontationskurs zum Weltverband IHF. Die Group Club Handball (GCH), die Vereinigung der europäischen Spitzenvereine, teilte mit, dass der HSV Hamburg, die Rhein-Neckar Löwen, der THW Kiel, TBV Lemgo und die SG Flensburg-Handewitt ihren Spielern die Teilnahme an einem Spiel der Weltauswahl gegen die kroatische Nationalmannschaft verweigern. Mit Montpellier HB, den Kadetten Schaffhausen und Champions-League-Sieger BM Ciudad Real stelen drie weitere intrnationale Topteams ebenfalls keine Spieler ab.

Die Partie sollte am 2. Dezember zum 60-jährigen Bestehens des kroatischen Verbandes in Zagreb stattfinden. Die Clubs und die GCH wehren sich gegen den Weltverband IHF, weil dieser nicht mit ihnen über den Termin, die Versicherungsmodalitäten und die Abstellungsentschädigung gesprochen habe.

Butzeck attackiert den IHF-Boss

"Es ist nicht akzeptabel, dass die IHF ohne Rückfrage bei den Vereinen Spieler anfordert. Wir wollen dem kroatischen Verband nicht die Feier vermiesen, sondern der IHF zeigen, dass sie nicht machen kann, was sie will", sagte Löwen-Geschäftsführer Thorsten Storm dem "Mannheimer Morgen". Auch Volker Zerbe, Manager des TBV Lemgo, und Gerd Butzeck, Geschäftsführer der GCH, äußerten sich im Gespräch mit der Zeitung kritisch über den Weltverband. "Es war sehr selbstbewusst von der IHF, die Spieler einfach zu nominieren", betonte Zerbe.

Butzeck attackierte den IHF-Präsidenten Hassan Mustafa scharf: "Er vertritt die katastrophale Auffassung, dass die Clubs für den Handball nicht von Interesse sind." Die Vereine der GCH erhöhen deshalb den Druck und ziehen in Erwägung, künftig überhaupt keine Spieler mehr zu IHF-Veranstaltungen abzustellen, sollte nicht bald eine Einigung erzielt werden. Auf die Frage, ob das auch Weltmeisterschaften betreffe, sagte Butzeck: "Das wäre dann wohl so."

Auch andere Teams schickt keine Spieler

In die Weltauswahl waren Michael Knudsen, Lars Christiansen (beide Flensburg), Bertrand Gille, Marcin Lijewski, Johannes Bitter, Hans Lindberg (alle Hamburg), Thierry Omeyer, Daniel Narcisse, Filip Jicha, Marcus Ahlm (alle Kiel), Michael Kraus (Lemgo), Olafur Stefansson und Gudjon Valur Sigurdsson (beide Rhein-Neckar Löwen) berufen worden. Auch HB Montpellier mit dem Ex-Kieler Nikola Karabatic, Kadetten Handball (Schweiz) und Champions-League-Sieger Ciudad Real stellen keine Spieler zur Verfügung.

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