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Trainer Ryan Zinglersen fehlen die personellen Alternativen

>Es sind die unverhofften Wendungen, die unvorhersehbaren dramaturgischen Eigenheiten, die bisweilen den Reiz eines Handballspiels ausmachen. Die hoffnungsfrohen Fans in der ausverkauften Rothenbach-Halle hätten darauf gerne verzichtet. Auf den Einbruch des heimischen Bundesligisten MT Melsungen nämlich, der, 37 Minuten lang mit einer starken Leistung die Hoffnung auf eine Sensation nährend, auf einmal fast kampflos Titelanwärter HSV Hamburg ziehen ließ. "Wir haben es nicht geschafft, unser Konzept 60 Minuten lang durchzuhalten", erklärte Trainer Ryan Zinglersen die letztlich doch noch standesgemäße 28:35-Niederlage.

Seine Linie hatte insbesondere sein zuvor so kreativer und dynamischer Angriff verloren. Fahrkarten und allzu durchsichtige Anspiele an den Kreis häuften sich - und die Hanseaten bedankten sich. Mit einem Konter nach dem anderen. Eine gelungene Therapie für einen (leicht) angeschlagenen Favoriten, der sich in der Schlussphase noch mal so richtig freispielen konnte. Und dennoch sein enormes Potenzial nur andeutete.

"Wir haben die Bälle in der entscheidenden Phase einfach zu leicht weg gegeben", erklärte Kreisläufer Thomas Klitgaard. Und auch Rückraumspieler Jens Schöngarth, der stark begann und wie seine Kameraden in der zweiten Hälfte stark nachließ, gestand eine "nachlassende Konzentration" im Spielaufbau ein. Die daraus resultierenden und eiskalt bestraften Fehler ließen sich nicht mehr abstellen, auch weil Trainer Ryan Zinglersen im Gegensatz zu seinem Kollegen die Alternativen auf der Bank fehlten.

Nun ist Hamburg nicht Dormagen (der nächste MT-Gegner) und nicht jeder spielerische Höhenflug abrupt nach 37 Minuten beendet. "Es gilt", so Linkshänder Alexandros Vasilakis, "daran zu arbeiten, dass wir über 60 Minuten eine solch starke Leistung bringen." Dann können die abstiegsgefährdeten Rheinländer kommen. Und dann bleibt den MT-Fans ein Wechselbad der Gefühle á la Hamburg erspart.
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