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TSV Dormagen nicht der rechte Maßstab

483 Tage lang hatte es keine erste Liga in Lübbecke mehr gegeben. Doch erstaunlich abgeklärt spulte der als Favorit in dieses Match gegangene Aufsteiger sein Pensum gegen den TSV Dormagen herunter, ganz so als habe es für Nettelstedt zwischenzeitig keinen Abstieg gegeben hätte. Den Lübbeckern reichte eine sehr ordentliche, aber keineswegs überragende Leistung, um auch in der Höhe verdient die ersten beiden Punkte der frischen Saison einzufahren.

Für den weiteren Verlauf der Spielzeit vielleicht als Erkenntnis noch mal sehr hilfreich: Lübbecke kann offenbar auch dann hoch gewinnen, wenn Michal Jurecki nur einen bescheidenen Tag erwischt und auch Arne Niemeyer eher durchschnittlich agiert. Matchwinner waren andere bei den Lilijestrand-Schützlingen, wohl aber welche, die ebenfalls genannt werden, wenn auch allgemein von TuS-Leistungsträgern die Rede ist. Nikola Blazicko hielt - in der gesamten zweite Halbzeit eingesetzt - von 20 Würfen neun. Und der Mannschaftskapitän Thorir Olafsson netzte neun Mal ein, wofür er nur zehn Versuche brauchte.

Zwei Spielphasen entschieden das Match. Der TuS langte zwischen der 17. und 22. Minute sechs Mal in Folge zu, was aus dem 9:8 den beruhigenden 15:8-Vorsprung machte. Und zweitens: Drei Olafsson-Treffer direkt nach der Pause vom 17:12 bis zum 20:12, wobei das 19. Tor sogar bei doppelter Unterzahl gelang. Damit war die Moral der Gäste gebrochen, nicht aber deren Bereitschaft, sich noch ordentlich aus der Affäre zu ziehen. Beide Trainer ließen fortan auch vermeintliche Bankdrücker auf die Spielfläche. Vor allem Christoph Schindler mit sieben Treffern und Keeper Vitali Feshchanka mit 15 Paraden sorgten dafür, dass die Rheinländer ihrerseits für Glanzpunkte sorgten. Nicht mehr ins Gewicht für den Spielausgang fiel die Disqualifikation von Lübbeckes Artur Siodmiak (40. Minute).

Für den TuS N-Lübbecke also ein Heimspiel-Auftakt nach Maß. Das Lübbecker Publikum feierte seine Mannschaft in den letzten zehn Spielminuten mit Standing Ovations. Auch wenn die Frage blieb, ob der TSV Dormagen der rechte Maßstab dafür war, schon jetzt beurteilen zu können, wohin der Weg in dieser Saison für den TuS geht. "Plus vier", lächelte Lübbeckes Teammanager Zlatko Feric zufrieden, nicht nur die jetzt 2:2 Punkte im Blick, sondern auch schon die Tordifferenz.