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Künftig soll GmbH den Spielbetrieb der Rheinländer sichern

TSV Dormagen sucht nach neuem Namen

Der Verein TSV Bayer Dormagen wird definitiv ab der Saison 2010/11 keine Profi-Mannschaft mehr ins Rennen schicken. Spitzenhandball soll in Dormagen aber trotzdem weiter zu erleben sein – wirtschaftlich gesteuert von einer GmbH.

Der Unternehmer und Vorsitzende des Business-Clubs Heinz Lieven (TPG) stellte zusammen mit Ex-Bürgermeister Heinz Hilgers die Überlegungen vor. In Kürze soll eine GmbH mit der Mindesteinlage in Höhe von 25.000 Euro gegründet werden, die an die Stelle des TSV Bayer Dormagen künftig die Lizenz beantragt. Mindestens 26 Prozent der Gmbh müssen beim Verein verbleiben, Lieven spricht derzeit mit potenziellen weiteren Gesellschaftern. Nächste Woche soll die GmbH gegründet werden, anschließend eine GmbH & Co. KG mit möglichst vielen Mitgliedern geschaffen werden, die ihre Einlagen steuerlich voll absetzen können.

Spielerverträge zum Saisonende aufgelöst

Die TSV-Spieler haben mit der Bereitschaft zur Auflösung ihrer derzeitigen Verträge zum Saisonende die Grundlage zu einem Neustart geschaffen. Hätten nicht alle Spieler mitgezogen, wäre das Team automatisch zum erneuten Rückzug in die Regionalliga gezwungen gewesen. So besteht die Chance, dass es weiter geht - und dass die Spieler für den Fall des Scheiterns ihre Anwartschaft auf sofortiges Arbeitslosengeld nicht verlieren.

Lieven hat Etats für die 1. und die 2. Liga projektiert. Sollte der TSV sportlich absteigen, würden demnach in der 2. Liga 1,2 Millionen Euro plus 400.000 Euro als Liquidität für die spielfreien Monate auf die neue Gesellschaft zukommen. Für die 1. Liga heißt die Rechnung: 1,9 Millionen plus 600.000 Euro. Klar ist, dass die Mannschaft nur dann weiterspielt, wenn die Einnahmen für die jeweilige Liga gesichert sind. Und dass der (erst- oder Zweit-) Bundesligist sich „nicht von einem Großsponsor abhängig machen“ will. Sollte trotzdem jemand einen hohen Betrag, wie etwa eine Million Euro zur Verfügung stellen, „kommt der auf den geplanten Etat oben drauf“, sagt Lieven.

Ehrenamtlicher Geschäftsführer

Der Lizenz muss bis zum 1. Dezember bei der HBL beantragt werden, die Nachweise über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sind erst bis zum 1. März (1. Liga) und 10. März (2. Liga) einzureichen. Potenziellen Geldgeber müssen sich im Falle eines Scheiterns keine Sorge um ihre Einlage machen: „Das Geld kommt auf ein Treuhandkonto und würde dann 1:1 zurückgezahlt werden“, betont Heinz Hilgers.  
Die neue GmbH soll mit einem ehrenamtlichen Geschäftsführer ein Büro möglichst in der Nähe des TSV-Geländes beziehen, „damit dort auch der Trainer Gespräche mit dem ein oder anderen Spieler führen kann“. Zudem wird ein neuer Name gesucht, unter dem die Mannschaft künftig spielen soll.