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Lübbecke überrascht den Favoriten Flensburg

TuS-Traumduo Jurecki und Niemeyer

Wie stark der neue TuS ist, wenn seine beiden Führungsspieler Michal Jurecki und Arne Niemeyer gemeinsam und gesund auf der Platte stehen, dokumentierte dieser Samstagnachmittag überdeutlich. Gestützt auf das phasenweise wie aufgedreht wirbelnde Duo, bekamen auch alle anderen Liljestrand-Schützlinge Freiräume, gewannen aber vor allem von Beginn an jede Menge Selbstvertrauen. Man hatte als Beobachter nie das Gefühl, die Hausherren würden das Heft entscheidend aus der Hand geben.

Der Favorit aus dem hohen Norden hielt das Spiel bis 55 Sekunden vor Schluss zwar vielversprechend spannend, doch stets hatte Lübbecke eine Antwort. Mit seinen fünf Treffern in den ersten elf Minuten legte Michal Jurecki den Grundstein zum Überraschungssieg. Da es bei Nettelstedt keinen Schwachpunkt gab und man - ganz im Gegensatz zum Derby vor zwei Wochen gegen Minden - auch in der Schlussphase mit Nerven wie Drahtseile agierte, darf man den Sieg über das bis dahin verlustpunktfreie Flensburg getrost als verdient bezeichnen.

Zu viele technische Fehler

Dass der Erfolg der Gastgeber in Ordnung ging, daran ließen auch die Flensburger hinterher nicht die geringsten Zweifel aufkommen. "Jurecki und Niemeyer allein machen schon 16 Tore gegen uns, noch Fragen?" schüttelte SG-Coach Per Carlén den Kopf. Dabei war den Flensburgern der gute Wille nicht abzusprechen. Im Rückraum hielten Thomas Mogensen und Oscar Carlén die TuS-Abwehr 60 Minuten in Bewegung. Auch Lars Christiansens Sicherheit vom Siebenmeterpunkt - die ersten sechs Würfe bugsierte der Oldie ganz cool in die Maschen - ließ die Gäste bis kurz vor Schluss hoffen.

Und doch gab es gerade im zweiten Durchgang einige Abspiel- und technische Fehler, die die Lübbecker in Tore ummünzen konnten. Doch in Führung zu gehen, dies gelang der SG nur ein einziges Mal, beim 20:19 nach 43 Minuten. Kurz davor hatte die Liljestrand-Schützlinge auch eine doppelte Unterzahl nicht geschockt, vielmehr gelang Niemeyer in dieser wichtigen Phase der Treffer zur 18:17-Führung.

Christiansen vergibt siebten Siebenmeter

Elf Tore erlebten die 2500 Zuschauer in den letzten knapp sechs Minuten des Spiels. Mitentscheidend jetzt, dass die Gäste gleich dreimal in ganz wichtigen Situationen scheiterten. Erst machte Nikola Blazicko einen Carlén-Wurf unschädlich, dann wehrte die Lübbecker Nr. 1 gegen Mogensen ab. Schließlich setzte Christiansen in der allgemeinen Verwirrung seinen siebten Siebenmeter am Torwinkel vorbei. Bei 29:27 und Ballbesitz 70 Sekunden vor Schluss nahm Patrik Liljestrand die Auszeit. Flensburg griff zur offenen Manndeckung. Zwei Treffer von Linksaußen Tomek Tluczynski machten die Arena dann endgültig zum Tollhaus…