Der Start in die Rückrunde - Umstrittene Aktion und Schützenfeste - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Der Start in die Rückrunde

Umstrittene Aktion und Schützenfeste

Protest gegen Anti-Doping-Regeln, Spielpremiere am 1. Feiertag und Kantersiege: Die Handball-Bundesliga ist über Weihnachten mit einer umstrittenen Aktion sowie Schützenfesten in die Rückrunde gestartet.

Bei dem von Kritik begleiteten ersten Punktspiel der Bundesliga-Geschichte an einem 25. Dezember bescherte sich der HSV Hamburg mit dem 30:25 (14:12) gegen Frisch Auf Göppingen mit dem 17. Sieg in Serie und festigte seine Tabellenführung.

Verfolger Füchse Berlin hat zwar seine spielerische Leichtigkeit verloren, nicht aber den Anschluss an die Hamburger. Nach dem erst am Ende deutlichen 36:28 (16:14) gegen den TSV Hannover-Burgdorf hat der Tabellenzweite weiter drei Punkte Rückstand. Der zum Saisonende in Berlin ausgemusterte Konrad Wilczynski (10/2) trumpfte groß auf.

Nach den jüngsten Rückschlägen hat der THW Kiel einen Befreiungsschlag gelandet. Bei Aufsteiger TSG Friesenheim siegte der deutsche Rekordmeister mit 39:29 (19:12). Mit einer 42:22 (20:7)-Gala gegen die HSG Wetzlar versüßte sich die SG Flensburg-Handewitt Weihnachten. «Es war ein unglaubliches Spiel. Wir haben alles gezeigt, was den Handball schön macht», sagte Flensburgs Geschäftsführer Holger Kaiser.

Keine Blöße gaben sich die Rhein-Neckar Löwen beim 36:30 (21:17) gegen HBW Balingen-Weilstetten. Dank einer starken zweiten Halbzeit feierte der TBV Lemgo im Kampf um die Europacup-Plätze mit 28:23 (8:10) beim VfL Gummersbach einen unerwarteten Auswärtserfolg. Turbulent war die Schlussphase beim 29:29 (12:15) des SC Magdeburg bei MT Melsungen: Savas Karipidis (10/5) wurde nach Schlusspfiff ausgeschlossen. Eine Bestrafung für den Griechen aus Melsungen hängt vom Sonderbericht der Schiedsrichter ab.

Am Vortag war die Partie in Hamburg Auftakt für den Protest der Handballer gegen die Melderegel der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), wonach Athleten ihren Aufenthaltsort bis zu drei Monate im Voraus angeben müssen. Für Weihnachten gaben die Handballer als Aufenthaltsort den Namen der Spielerorganisation GOAL an. Damit habe man sich nicht gegen Dopingkontrollen aussprechen wollen, sagte GOAL- Vorstand Johannes Bitter. «Aber wir müssen uns positionieren und es ist wichtig, dass wir in Dialog kommen mit der NADA», erklärte der Nationaltorhüter. NADA und Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) kritisierten die Aktion.

In der Meisterschaft läuft es für die Hamburger rund. Mit einem komfortablen Vorsprung auf Verfolger Füchse Berlin gehen die Hanseaten ins letzte Spiel im Jahr 2010 am Dienstag bei der HSG Ahlen-Hamm. «Man hat deutlich gesehen, was sich die Mannschaft vorgenommen hat», befand Trainer Martin Schwalb nach der geglückten Revanche für die 30:32-Niederlage in Göppingen zu Saisonbeginn.

Die Hamburger haben zudem einen Transfer-Coup gelandet. Von der SG Flensburg-Handewitt wechselt Schwedens Auswahltorhüter Dan Beutler zum HSV. Das gab Flensburgs Geschäftsführer Kaiser im TV-Sender Sport 1 bekannt. Als Beutlers Nachfolger haben die Flensburger dessen Landsmann Mattias Andersson vom Liga-Rivalen TV Großwallstadt verpflichtet. Andersson habe einen Zweijahresvertrag unterschrieben.