Rhein-Neckar Löwen - Gudjon Valur Sigurdsson - "Variabel, aber mit klarer Linie" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Gudjon Valur Sigurdsson

"Variabel, aber mit klarer Linie"

Wer momentan von Isländern bei den Rhein Neckar Löwen spricht, meint vorrangig Neuzugang Olafur Stefansson - und erhofft sich wahre Wunderdinge vom vierfachen Champions-League-Sieger. Eine mindestens ebenso wichtige Rolle im "Löwen-Rudel" spielt aber Gudjon Valur Sigurdsson. Der Blondschopf wurde als Kapitän Nachfolger von Ikone Christian Schwarzer - eine Wertschätzung seiner Arbeit, aber auch seiner offenen, kommunikative Art, die bei Fans, Vorstand und Mitspielern gleichermaßen ankommt.


Zum Mittelmann umgeschult

In Mannheim wurde er notgedrungen - "umgeschult" vom Linksaußen, der auf Gegenstöße spezialisiert war, zum Mittelmann mit dem tödlichen Pass und dem guten Auge. Auch in die neue Saison geht der 30-Jährige in der Spielmacher-Rolle, die er sich mit Grzegorz Tkaczyk teilt, der nach einer langen Verletzungspause wieder voll dabei ist. Fünf Neue müssen eingespielt werden, zwei Kreisläufer und ein Trio für den rechten Rückraum, deshalb fordert der neue "Löwen"-Kapitän auch erst einmal Geduld: "Man muss der Mannschaft Zeit geben. Wir stehen erst am Anfang."

Wann sein Team in Perfektion aufspielt? "Das kann man nicht in Wochen oder Monaten sagen. In der Anfangsphase der Saison werden wir vieles mit Leidenschaft, Kampfkraft und einer starken Deckung wettmachen müssen. Wir müssen einfach den Druck vom Angriff nehmen." In der Vorbereitung hat der Olympia-Zweite von Peking aber "eine erhebliche Steigerung" ausgemacht, "wir sind auf dem richtigen Weg". Und weil "Goggi" so kommunikativ ist, legt er auch großen Wert auf viele Gespräche innerhalb der Mannschaft und von Trainer Ola Lindgren mit den Spielern. "Miteinander sprechen hilft immer", lautet sein Motto. Und weil man erst am Anfang stehe, können man auch noch keine allzu konkreten Saisonziele formulieren: "Wir müssen erst einmal gut spielen."

Darin sind sich die beiden Isländer einig, auch wenn Olafur Stefansson in seiner philosophischen Art sagt: "Man muss sich auf den Moment optimal vorbereiten, wenn sich einem die Chance darauf bietet zuzuschlagen und einen Titel zu holen. Aber jede Saison ist eine andere Saison." Für Sigurdsson ist das Zusammenspiel mit Stefansson auf Vereinsebene eine ganz neue Erfahrung. Die Isländer sollen laut Trainer Lindgren auch seine spezielle Form der Handball-Philosophie verkörpern: "In allem muss man eine klare Linie erkennen, dabei aber variabel sein." Da sind nordische Philosophen doch bestens aufgehoben. Rhein-Neckar Löwen >

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