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Europapokal

VfL Gummersbach droht der Ausschluss

Eine schöne Reise steht für den VfL Gummersbach an, am Samstag geht es zum Achtelfinal-Rückspiel des Europapokals der Pokalsieger nach Nordportugal. Bei ABC de Braga ist die Mannschaft von Trainer Sead Hasanefendic trotz des schmalen 30:26-Hinspielsieges klarer Favorit. Unabhängig von der sportlichen Qualifikation wäre das europäische Kapitel für die Oberberger allerdings fast beendet gewesen: Nach Informationen der HANDBALLWOCHE droht die Europäische Handball-Föderation (EHF) den Gummersbachern mit einem Ausschluss. Und das wegen einer ausstehenden Zahlung in Höhe von 20.000 Euro.
Diesen Betrag schuldet der VfL der EHF Marketing (EHFM), der Marketing-Tochter der EHF, seit dem EHF-Pokalfinale im Mai 2009. Damals hatten EHFM und VfL vereinbart, die Erlöse aus Bandenwerbung zu teilen. Acht Monate später verlor der Veranstalter der Europapokalwettbewerbe die Geduld. In einem internen EHF-Protokoll vom 29. Januar, das der HW vorliegt, heißt es: „Dem VfL Gummersbach/GER wird nach mehrmaligem kommentarlosen Nichteinhalten vereinbarter Zahlungstermine und längere Diskussion eine Nachfrist bis zu den Spielen der 4. EC Runde zur Zahlung der offenen EUR 20.000,- gewährt. Wird diese Frist nicht eingehalten, wird der Klub vor der Auslosung des 1/4 Finales mit allen Konsequenzen ausgeschlossen und erst nach Begleichung aller offenen Beträge wieder zu EHF Bewerben zugelassen.“
Das Viertelfinale wird am kommenden Dienstag ausgelost, und der Betrag ist nach Recherchen der HW immer noch nicht beglichen. Laut VfL-Geschäftsführer Axel Geerken aber sind die Dinge bereits geklärt. „Es hat angenehme Gespräche zwischen unserem Aufsichtsratsvorsitzenden und der EHF gegeben“, sagt Geerken, der erst seit drei Wochen im Amt ist. „Die Gefahr eines Ausschlusses besteht aus meiner Sicht nicht.“ Auch die EHF versucht alles, kein allzu großes Fass aufzumachen: Die EHFM und der VfL von Gummersbach hätten „eine Zahlungsvereinbarung getroffen“, die den „Geldeingang garantiert“, sagte EHFM-Geschäftsführer Peter Vargo.
Dass der VfL, der als Saisonetat 4,2 Millionen Euro angab, diese vergleichsweise lächerliche Summe in den letzten Monaten nicht zahlen konnte, scheint Symptom für die allgemeine dramatische wirtschaftliche Lage. „Beim VfL herrscht mit Sicherheit keine einfache Situation“, sagt Geerken und bestätigt, dass der Klub mit den Spielergehältern erneut im Rückstand ist. Während vor ein paar Tagen noch zwei Monatsgehälter ausgestanden hätten, so Geerken, stünde derzeit nur noch ein Gehalt offen. Im April 2009 mussten die Profis, wie die HW berichtete, dem Klub in einer ähnlichen Lage Teile des Gehaltes bis zum Juni stunden. Damals kalkulierte der VfL mit den Einnahmen aus der Teilnahme des Final Four-Turniers in Hamburg – das Anfang Januar erneut erreicht wurde. Das bringe dem Klub „annähernd 150.000 Euro“, so Geerken.
Trotz zahlreicher prominenter Abgänge (zuletzt Momir Ilic, dessen Wechsel nach Kiel 500.000 Euro Ablöse einbrachte) in den letzten Jahren wirkt die Geschichte des VfL dennoch wie ein Siechtum, das trotz sportlicher Erfolge nicht aufgehalten werden kann. Die Gründe dafür sind bekannt, etwa der ausstehende Hallenneubau in Gummersbach. Auch interne Querelen, die mit der Demission des ehemaligen Aufsichtsratschefs Hans-Peter Krämers endeten, bekamen dem Klub allem Anschein nach nicht. Dem Altmeister stehen schwere Zeiten bevor.

KOMMENTARE

snoopy, 22.02.10, 12:13 Uhr
Es ist einfach UNGLAUBLICH!! Denkt überhaubt mal irgendjemand daran,wie lang der VFL schon besteht? Geht jemals eine mehr »
Julia, 21.02.10, 13:25 Uhr
jaja. böser vfl und alle anderen vereine machen es besser. die spieler die sich für den vfl entscheiden wissen um mehr »
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