HSG Ahlen-Hamm - Ein Wettlauf mit der Zeit - Wann kommt Schumann zurück? - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Ein Wettlauf mit der Zeit

Wann kommt Schumann zurück?

Die Gefahr, punktlos und irgendwie nur als Zuschauer in die erste Bundesliga-Saison der Club-Geschichte zu starten, war groß. Denn der Auftakt war hart. Zunächst ging es gegen den Traditionsverein aus Großwallstadt (29:32), dann stand der schwere Auswärtsgang nach Hamburg (36:21) an, ehe nun der Champions League-Teilnehmer vom Rhein-Neckar beim Aufsteiger HSG Ahlen-Hamm auflief.

Einer, der zwei dieser drei Niederlagen von der Bank aus mitansehen musste, war Abwehrchef Frank Schumann. Der hatte nach der ersten, viel versprechenden Begegnung noch Hoffnung auf einen guten Start der Westfalen. Doch nun der Rückschlag. Für Ahlen-Hamm, für Schumann selber.

Schon zur Saisonpremiere gegen Großwallstadt hatte der 30 Jahre alte Defensivspezialist nach einem Trainingszusammenstoß mit Teamkollege Thomas Rycharski über Schmerzen im Knie geklagt. Danach hatte sich der Zustand dermaßen verschlechtert, dass eine Arthroskopie unumgänglich wurde. Die Diagnose: Knorpelabsplitterung im Knie. Die Folge: Ein operativer Eingriff, der "Schu" für drei Wochen auf Eis legen wird. Wenn alles gut geht. "Wir waren ja gegen Mannschaften wie den HSV Hamburger, die Rhein-Neckar Löwen oder den VfL Gummersbach, gegen den wir als nächstes antreten müssen, nicht unbedingt in der Favoritenrolle", sagt Franz Dressel, Geschäftsführer der HSG. "Deshalb haben wir einen günstigen Zeitpunkt für den Eingriff gewählt, damit Frank gegen Friesenheim und danach gegen Balingen relativ sicher wieder fit ist. Denn auf diesen Partien liegt unser Fokus. Da müssen wir unbedingt punkten."


Das Herz der Abwehr fehlt

So begann vor knapp zwei Wochen mit der Operation des Bundesliga erfahrenen Abwehrstrategen - Schumann spielte vor seinem Wechsel nach Hamm vor zwei Jahren bereits für die Füchse Berlin, HSG Nordhorn und die SG Solingen in der ersten Liga - ein Wettlauf mit der Zeit. Und Schumann hofft, den zu gewinnen. "Das klappt aber nur, wenn die Heilung optimal verläuft", erläuterte der 30-Jährige, nachdem er wieder das Krankenhaus verlassen hatte. "Anfangs waren die Schmerzen ja nicht so schlimm und nach der Schonung stellte sich auch Besserung ein. Im ersten Spiel gegen Großwallstadt lief es ja auch ganz gut. Aber am nächsten Tag, war das Knie total dick. Da ging gar nichts mehr", blickt der 1,94-Hühne zurück.

Ob es gegen Mitaufsteiger TSG Ludwigshafen-Friesenheim für den gebürtigen Gladbecker wieder geht, dürfte "eine Entscheidungen von Tagen" sein, ist sich Club-Chef Dressel sicher, der auch weiß, dass der zweimalige Nationalspieler Schumann derzeit im Team der HSG Ahlen-Hamm nur schwer zu ersetzen ist. "Er hat eine überragende Vorbereitung gespielt und war auch gegen Großwallstadt sehr stark", lobt der Geschäftsführer. Und auch Trainer Jens Pfänder weiß, was er an dem Recken hat: "Er ist unser Abwehrchef."

Gegen Friesenheim soll Frank Schumann also unbedingt wieder spielen. Zumal mit Jiri Hynek ein weiterer ganz wichtiger Defensivspezialist derzeit auf Eis liegt. Der tschechische Nationalspieler fällt mit einem Kreuzbandriss noch bis Ende des Jahres aus, so dass die Verantwortung im Innenblock der Abwehr auf den Kreisläufern Mario Clößner und Rico Göde liegt. Aber auch sie werden von ihrem Trainer als defensivstark gelobt. Aber mit Frank Schumann fehlt der Mann, der das Kommando angibt.