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War das die Initialzündung?

Mit einem sensationellen Sieg im Schlagerspiel hat sich die SG Flensburg-Handewitt aus dem emotionalen Tief nach der Entlassung vor Trainer Per Carlén befreit. Sein Nachfolger Ljubomir Vranjes feierte mit dem wohl nur von wenigen erwarteten Erfolg über die Rhein-Neckar Löwen eine traumhafte Premiere.

Der Einstand des neuesten Trainers der Bundesliga hingegen war nach dem Geschmack der 6.300 Fans in der Campushalle. Von einen 0:3-Schock nach drei Minuten erholte sich die SG schnell. In der Folgezeit setzte die Flensburger Abwehr gute Blocks, zudem lief Dan Beutler im Tor nach anfänglichen Schwächen zu überragender Form auf. Vorn zeigte sich die Mannschaft von Vranjes perfekt eingestellt auf die offensive Deckung der Löwen mit Uwe Gensheimer als Spitze gegen Oscar Carlén. Die Formation der Gäste wurde mit Esprit und Entschlossenheit immer wieder geknackt. Lasse Boesen brach sich im Kampf Mann gegen Mann Bahn, Thomas Mogensen setzte seine Dynamik ein, Anders Eggert schoss dem zuletzt besten Torwart der Liga, Slawomir Szmal, zwei Mal durch die Hosenträger.

Die SG erarbeitete sich nach elf Minuten mit 6:5 den ersten Vorsprung und ließ danach nie mehr eine Führung der Löwen zu. "Wir haben es endlich geschafft, ruhig zu bleiben und konzentriert weiter zu spielen, auch wenn uns mal Fehler unterlaufen sind", sagte Nationalspieler Jacob Heinl, "wir brauchten so ein Spiel. Jetzt müssen wir am Mittwoch in Gummersbach nachlegen."

Auch als die Löwen hartnäckig an ihre Chance glaubten, ihr Deckungssystem auf 6:0 umstellten und immer wieder den Ausgleich schafften, bewahrte die SG einen kühlen Kopf und ein heißes Herz, das von den Rängen reichlich Zündstoff erhielt.

Nach 45 Minuten hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz. "Das sind die schönsten Siege", sagte SG-Spielmacher Viktor Szilagyi, "das haben wir gemeinsam mit unseren Fans gewonnen." Der Österreicher würdigte aber auch den mentalen Kraftakt der Mannschaft in einer spsychisch chwierigen Situation: "Das zeigt, was für starke Charaktere wir in der Mannschaft haben", so der Spielmacher.