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Wechselspiele bringen THW auf Kurs

Viertes Spiel, vierter Sieg in der Bundesliga - der "neue" THW Kiel erinnerte am Sonnabendnachmittag an den "alten". Allerdings nur in einer starken zweiten Halbzeit, in der die "Zebras" den deutlichen 36:29 (13:14)-Sieg gegen den über weite Strecken gleichwertigen VfL Gummersbach perfekt machten.Die von Viktor Szilagyi intelligent gesteuerten Gäste zeigten bis zur Pause, warum sie mit 5:1 Punkten einen gelungenen Saisonstart gefeiert hatten. Die Oberbergischen standen in der Abwehr sicher und leisteten sich im Angriff wenig Fehler. Immer am Rande des Zeitspiels spulten die Gäste ihr Programm routiniert ab und drehten auf der Zielgeraden gar einen Zwei-Tore-Rückstand in eine 14:13-Führung um. Im Angriff klappte bei den Kielern anfangs wenig, nach einer Viertelstunde hatten sie lediglich vier Tore erzielt, ein historischer Wert in der Heimat des Tempohandballs. Trainer Alfred Gislason sah Handlungsbedarf und wechselte den kompletten Rückraum aus. Zum Entsetzen seines Gummersbacher Kollegen Sead Hasanefendic ersetzte Weltklasse die Weltklasse. Für Kim Andersson, der erst in der 35. Minute die Eingangstür zu diesem Spiel finden sollte, kam Christian Zeitz. Momir Ilic wurde durch Filip Jicha ersetzt und für Daniel Narcisse führte nun Börge Lund Regie. Das THW-Spiel lief runder, aber noch lange nicht rund. "Wir haben insgesamt zehn technische Fehler gemacht", hatte Gislason ausgerechnet. "Acht davon in der ersten Halbzeit."

Er hatte erneut mit Narcisse auf der Mitte begonnen. Der französische Neuzugang hatte die komplette Vorbereitung mit den neuen Kollegen verpasst. Der Franzose soll nun über Spielminuten in seine neue Rolle als Mittelmann Nummer eins finden. "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler", sagt Gislason über den Weltmeister und Olympiasieger, den er auch schon in Gummersbach trainierte."Ich muss mich als Trainer um das Wohl der Mannschaft sorgen. Deshalb spielt Daniel, er strahlt immer Gefahr aus."

Viel Extraklasse, aber noch wenig Harmonie, so lässt sich die erste Halbzeit zusammenfassen. Das sollte sich nach dem Wiederanpfiff der unsicheren Schiedsrichter Lars Schaller und Sebastian Wutzler ändern.In der 35. Minute lag Kiel noch mit 15:16 zurück, sechs Minuten später mit 23:16 in Führung. Eine Zeit, in der auch Kim Andersson aufwachte. Ein Fehlpass mehr, und er wäre wahrscheinlich erneut gegen Zeitz ausgetauscht worden. Stattdessen jagte der Linkshänder den Ball mit 106 Stundenkilometer zum 16:16 ins Netz, der Startschuss für einen furiosen Zwischenspurt war gefallen. Bitter für die Gummersbacher, dass ihr Torhüter Goran Stojanovic unter starken Rückenschmerzen litt und in der 38. Minute das Feld räumen musste.