HSG Wetzlar - In kleinen Schritten nach oben - Wetzlars Neu-Trainer Michael Roth kann auf eingespielte Mannschaft bauen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
In kleinen Schritten nach oben

Wetzlars Neu-Trainer Michael Roth kann auf eingespielte Mannschaft bauen

Mit dem neuen Trainer Michael Roth hofft die HSG Wetzlar, nach einer erneut turbulenten Runde wieder in ruhigere Gefilde zu kommen. "Nachdem wir Kontinuität in der Mannschaft haben, ist es das Wichtigste, diese nun auch auf der Trainerposition zu bekommen", sagt Manager Rainer Dotzauer - auch weil in den vergangenen fünf Spielzeiten sechs Übungsleiter bei den Grün-Weißen tätig waren. Der aus Großwallstadt gekommene Coach hat den Vorteil, auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen zu können, in die er mit Daniel Valo und Rückraumergänzung Mario Allendörfer (Hüttenberg) nur zwei Neuzugänge zu integrieren hat.

An den ablösefrei aus Melsungen gekommenen Slowaken Valo, der beim Vierzehnten der vergangenen Runde einen Dreijahres-Vertrag unterzeichnet hat, sind hohe Erwartungen geknüpft. So soll der Wunschspieler von Roth und Nachfolger der Halbrechten Volker Michel und Aleksandar Stanojevic "unserem Rückraum auf der Linkshänderposition die Durchschlagskraft verleihen, die wir letzte Saison oft vermisst haben", fordert Dotzauer. Dass der 30-Jährige, der zuletzt Dreizehnter der Feldtorschützenliste der Liga war, auch verteidigen kann, kommt Roth gelegen, da der Coach wesentlich weniger als sein beurlaubter Vorgänger Volker Mudrow zwischen Angriff und Abwehr wechseln will.


60 Minuten Tempo

Möglichst 60 Minuten lang will der frühere Mittelmann, der sich vor einigen Wochen in bemerkenswerter Offenheit zusammen mit seinem ebenfalls betroffenen Zwillingsbruder Uli zur überstandenen Prostatakrebserkrankung bekannte, Tempo spielen lassen. Dotzauer hofft, dass der 47-Jährige vor allem in den Heimspielen mehr Begeisterung als Mudrow entfachen kann, nachdem für die HSG einige Partien der vergangenen Spielzeit "schon nach zehn Minuten" verloren waren. "Wir haben da bei unseren treuen Fans etwas gutzumachen", fordert der Manager, nachdem sein Team zuletzt die viertschwächste Heimmannschaft war. "Die Heimstärke, welche die HSG früher in Dutenhofen auszeichnete, ist durch den Umzug nach Wetzlar verloren gegangen", sagt Roth, der von seinen Spielern Leidenschaft statt Lethargie sehen will. "Wir müssen bereit sein, an unsere Grenzen zu gehen, um gerade zuhause ein Feuerwerk abzubrennen", fordert der Ex-Nationalspieler.


Zweite Abwehrvariante

Neben der 5:1-Deckung, die Mudrow fast ausschließlich praktizierte, will der neue Coach sein im Schnitt 25,1 Jahre altes Team vor allem in einer 6:0-Abwehr agieren lassen. In dieser sollen dann auch Nationalspieler Sven-Sören Christophersen und der serbische Jung-Nationalspieler Petar Djordjic im Mittelblock agieren, obwohl beide, die zu den elf Spielern unter 26 Jahren gehören, in der Abwehr noch deutlich zulegen müssen. Nachdem der Sohn von Interimscoach Zoran Djordjic bereits am Ende der vergangenen Runde als Torjäger auf sich aufmerksam machte, traut Dotzauer dem 18 Jahre alten Halblinken zu, "die große Überraschung der Saison zu werden". Auch weil die jungen Spieler nun ein Jahr mehr Erfahrung haben, sei der Konkurrenzkampf größer geworden, findet der Manager. So könnte auch der Halblinke Timm Schneider nach zwei überstandenen Schulteroperationen gerade im Mittelblock eine adäquate Alternative sein.

Bis Oktober wird den Mittelhessen Rechtsaußen Avishay Smoler wegen seines Trümmerbruchs im Fuß fehlen. Roth geht aber davon aus, dass Peter Jungwirth den Israeli, den der Coach als erste Alternative zu Valo im rechten Rückraum sieht, gut vertreten wird. Zudem ist der Trainer froh, in Alois Mraz einen Allrounder in seinen Reihen zu haben, der auf allen Rückraumpositionen spielen kann, weshalb die HSG auch Mittelmann Chen Pomeranz ziehen ließ.

In kleinen Schritten wollen die Hessen in der Tabelle weiter nach oben klettern und peilen, so Manager Dotzauer, mit ihrem 2,4 Millionen-Euro-Etat "Platz zwölf" an, der für Roth "ein Riesenerfolg wäre".

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