Füchse Berlin - DHC Rheinland - Interview mit Torhüter Jens Vortmann (TSV Dormagen): - Wichtig, meine Spielanteile zu bekommen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Interview mit Torhüter Jens Vortmann (TSV Dormagen):

Wichtig, meine Spielanteile zu bekommen

Für Jens Vortmann begann mit Saisonstart ein völlig neuer Lebensabschnitt. Der gebürtige Berliner verabschiedete sich aus der Hauptstadt und verließ seine Heimat, um am Rhein in Dormagen sein Glück zu suchen. Seine Referenzen jedenfalls sind erstklassig: 2006 wurde er Junioren-Europameister, nur ein Jahr später belegte er mit dem DHB-Nachwuchs Platz zwei bei der Weltmeisterschaft. Seit seinem Wechsel aber geht es für den 22-Jährigen, der beim TSV vom Hexer Andreas Thiel höchstpersönlich in die Torwartkunst unterwiesen wird, allein um den Klassenverbleib. Und schon am Freitag steht das wichtige Spiel gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg an. Der TSV reist zum Aufsteiger Hannover-Burgdorf.

> Seit dem Junioren-EM-Titel 2006 und dem 2. Platz bei der Junioren-WM 2007 gelten Sie als hoffnungsvolles Torwarttalent. Belastet Sie das?
Vortmann: "Ich glaube, ich bin bei weitem nicht der einzige, der dieses Prädikat verdient. Da gibt es auch noch andere, die ich als hoffnungsvolle Talente bezeichnen würde. Aber darum mache ich mir eigentlich keinen Kopf. Ich versuche immer, so gut es geht meine Leistung zu bringen. Und wenn das klappt, ist alles gut. Wenn nicht, ist es für mich das Zeichen, noch intensiver zu arbeiten und zu trainieren."

Selbst Torwartlegende Andreas Thiel, mit dem Sie in Dormagen trainieren, hält große Stücke auf Sie. Kann er Ihnen noch viel beibringen?
"Auf jeden Fall. Das Training mit ihm macht einen Riesenspaß. Bei jeder Übung habe ich das Gefühl, dass Andy genau weiß, warum er das macht. Er hat jede Menge Sachverstand, wovon ich unglaublich profitieren kann. Trotzdem ist die Atmosphäre beim Training mit ihm locker, aber immer mit der richtigen Intensität."

> Dabei haben Sie begonnen, Luft- und Raumfahrttechnik zu studieren. Wie kommt man auf so etwas?
"Ich dachte mir, dass ich mit Handball nie soviel Geld verdienen werde um mich nach dem Karriereende zur Ruhe setzen zu können. Aber ich habe gegenwärtig den Studiengang wechseln müssen, weil es in Köln keine Technische Universität gibt. Und die nächste in Aachen ist einfach zu weit weg. Deshalb studiere ich jetzt BWL. Mein langfristiger Plan ist es, die Ingenieurswissenschaft irgendwann einmal mit der Wirtschaftswissenschaft zusammenzuschütten, um dann nach meiner Handball-Laufbahn ein Wirtschaftsingenieur zu sein. Ob das aber alles so reibungslos klappt, weiß ich noch nicht."

> Sie wechselten zu dieser Saison von den Füchsen Berlin zum TSV Dormagen. Eine gute Wahl?
"Na, klar. Ich wäre doch der dümmste Mensch der Welt gewesen, wenn ich es in Berlin – nach der Bekanntgabe der Verpflichtung von Silvio Heinevetter hingenommen hätte, als Nummer drei in die neue Saison zu gehen. Insofern war die Wahl richtig."

> Immerhin lief die Saison sowohl sportlich als auch wirtschaftlich aus Dormagener Sicht bis jetzt nicht ganz wunschgemäß.
"Das stimmt schon. Aber für mich ist es total wichtig, dass ich meine Spielanteile bekomme. Und das nach Möglichkeit auch in der 1. Liga. Und das ist hier in Dormagen gegeben. Zudem hat es allen gut getan, erfahren zu haben, dass diese Saison ganz sicher zu Ende gespielt wird. Alles andere werden wir sehen."

> Dann nennen Sie doch mal einen guten Grund, warum Ihr Club unbedingt in der 1. Liga bleibt.
"Weil wir den besten Keeper haben (lacht!). Im Ernst: Wir haben mit dem Heimsieg gegen Melsungen nun endgültig den Kampf um den Klassenverbleib angenommen und möchten das am Wochenende in Hannover beim Aufsteiger aus Burgdorf gern erfolgreich fortsetzen. Wir haben die Möglichkeit, dort erfolgreich zu sein. Und wir haben ganz sicher die Möglichkeit, in der 1. Liga zu bleiben."

> Ist das Match in Hannover am Samstag eines von wenigen Schlüsselspielen im Laufe dieser Saison?
"Das könnte man meinen. Aber die Dormagener haben schon in der vergangenen Saison gezeigt, dass sie in der Lage sind, auch überraschende Punktgewinne zu landen."

> Zur Not könnten Sie ja noch auf eine Musikerkarriere umsatteln. Wie ich hörte, spielen Sie recht passabel Gitarre.
"Ich spiele Gitarre, soweit stimmt das. Aber recht passabel spiele ich nicht. Da ist mein Bruder weitaus talentierter als ich. Für mich ist das aber ein sehr schöner Zeitvertreib. Allerdings passt in diesem Zusammenhang das Wort Klimpern viel besser."

KOMMENTARE

Lexus, 06.01.15, 07:47 Uhr
Cheers pal. I do appeicrate the writing. mehr »
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