HSG Ahlen-Hamm - Interview mit Jens Pfänder (Trainer der HSG Ahlen-Hamm) - „Wir werden den Klassenverbleib schaffen“ - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Interview mit Jens Pfänder (Trainer der HSG Ahlen-Hamm)

„Wir werden den Klassenverbleib schaffen“

Der Mann ist Rekordhalter. Mit 68:0-Punkten gelang Jens Pfänder einst der Erstliga-Aufstieg mit dem TuS N-Lübbecke. Das war im Jahr 2004. Heute, mit 50 Jahren, startet er mit der neu gegründeten HSG Ahlen-Hamm in ein weiteres Erstliga-Abenteuer. Die Herausforderung ist groß, das Umfeld entsprechend euphorisiert. Für den Coach der HSG, für das Team und für Umfeld und Fans kann es daher in der neuen Spielzeit nur ein Ziel geben: Klassenverbleib. Am Freitagabend startet der Neuling mit dem Heimspiel gegen den TV Grosswallstadt in seine erste Saison im Bundesliga-Oberhaus. Zuvor aber stand Jens Pfänder Rede und Antwort.

> Nur noch zwei Tage, dann beginnt mit dem Heimspiel gegen den TV Grosswallstadt für die HSG Ahlen-Hamm das Abenteuer Bundesliga. Steigt die Nervosität allmählich?
Jens Pfänder: Die Vorfreude hier ist riesig. Für beide Vereine – Ahlen und Hamm – ist das absolutes Neuland, das wir betreten. Alle hier sind froh, dass es nun endlich losgeht und wir die 1. Liga in Angriff nehmen können.

> Fühlen Sie sich gut vorbereitet?
Wir hatten schon reichlich Probleme hier in den ersten Wochen. Der ganzen Sache liegt ja keine gewachsene Struktur zugrunde. Vielmehr musste ich aus acht Hammer Spielern, sieben Ahlener Akteuren und fünf Zugängen eine komplett neue Mannschaft formen. Das geht nicht in ein paar Tagen. Zudem ist die Größe unseres Kaders wohl einmalig in der Liga.

> In Sachen Zugängen haben Sie sich reichlich Erstliga-Erfahrung eingekauft. War das Prinzip?
Natürlich. Wir wissen hier ganz genau, was zu tun ist. Insofern war uns auch klar, dass es absolute Pflicht war, den Kader mit Erstliga-Erfahrung aufzustocken. Wenn wir die Erstliga-Zugehörigkeit behalten wollen, hilft uns die Abgeklärtheit dieser Spieler immens.

> Die neu gegründete Spielgemeinschaft führt zwei Clubs zusammen, die in den vergangenen Jahren eine ausgeprägte Rivalität lebten.
Die beiden Vereine aus Ahlen und Hamm haben ja nicht fusioniert, sondern unterstützen lediglich ein Leistungssportkonzept für die Handball-Bundesligamannschaft. Zudem spielte Hamm seit gerade mal fünf Jahren in der 2. Liga, weshalb die Rivalität zwischen beiden Clubs gar nicht so ausgeprägt sein konnte. Aufgrund der logistischen Voraussetzungen – hier spreche ich vor allem von der neuen Halle – ist Hamm in den vergangenen Jahren an Ahlen vorbeigezogen, aber insgesamt war das immer ein Duell auf gleicher Augenhöhe.

Funktioniert die HSG tatsächlich?
Ich denke, diese HSG ist eine realistische Einschätzung der Gesamtsituation beider Vereine. Als dieses Leistungssportkonzept beschlossen wurde, belegten die Teams Platz eins und Platz zwei in der 2. Liga Nord. Eine Bündelung der Kräfte mit dem Ziel 1. Liga macht da absolut Sinn.

> Die Spiele werden in Hamm stattfinden. Wie finden das denn die Ahlener Fans?
Zugegeben: In einer ersten Reaktion schlugen die emotionalen Wellen hoch. Aber schon die Spiele in der Vorbereitung waren richtig gut besucht. Uns ist es gelungen, eine gemeinsame euphorische Stimmung zu schaffen. Die einstigen Hammer Fanclubs beispielsweise haben bereits zahlreiche Anfragen aus Ahlen. Und mehr als 50 Prozent aller Ahlener Dauerkarteninhaber haben nun auch ein Saisonticket für die Maxipark Arena in Hamm. Das zeigt, dass sich auch der Ahlener in dieser HSG gleichberechtigt wiederfindet. Zudem spielt die Ahlener SG in der 3. Liga. Und auch die gesamte Nachwuchsarbeit ist dem Standort Ahlen erhalten geblieben. Wie gesagt: Die Vereine existieren nach wie vor unabhängig voneinander.

> Hamms Trainer der vergangenen Saison, Kay Rothenpieler, sollte ins Management aufsteigen, entschied sich dann aber für ein Engagement in der freien Wirtschaft. Wer übernimmt nun seine Aufgabe?
Wir haben die Verantwortungen klar aufgeteilt. Während ich als Trainer und Sportlicher Leiter alles rund um die Mannschaft regele, kümmert sich Dietmar Kupfernagel um die Vermarktung der HSG. Gemeinsam mit Franz Dressel kümmert er sich auch um die Geschäftsführung. Wir haben darüber hinaus nicht nur in die Mannschaft investiert, sondern sind der Forderung der TOYOTA HBL nachgekommen und haben fleißig im Umfeld expandiert. Auch da sind wir nun breiter aufgestellt.

Wagen Sie eine Prognose: Was springt am Ende der Saison für die HSG heraus?
Wir werden den Klassenverbleib schaffen.