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Zebras ziehen den Löwen das Fell über die Ohren

Der Liga-Konkurrenz wird wieder Angst und Bange: Der umformierte Titelverteidiger THW Kiel setzte gleich am zweiten Spieltag eine erste Duftmarke und entzauberte die hochgehandelten Rhein-Neckar Löwen mit 36:29. Dabei gelten die prominent verstärkten Gäste um Superstar Olafur Stefansson als eine der wenigen Mannschaften, die den "Zebras" in dieser Spielzeit gefährlich werden könnten - doch wie ein Titelkandidat spielte nur (zeitweise) ein Team: Der THW. Allerdings war auch bei den Hausherren in dieser teils zerfahrenen Partie noch nicht alles Gold, was glänzte. Im Vergleich zu den Löwen jedoch agierten die Kieler bei weitem nicht so fehlerhaft und zeigten sich besonders im Abschluss konzentrierter. Wie etwa in der Anfangsphase, als Jicha und Co. einen 6:1-Traumstart hinlegten und Erinnerungen an das letztjährige Champions League-Halbfinale, als der THW eben diesen Gegner mit 37:23 aus der Halle gefegt hatte, weckten. Garant für die klare 18:11-Pausenführung des Meisters war wieder einmal der Abwehrblock um Jicha, Ahlm und Lund, hinter dem Torhüter Thierry Omeyer erneut seine Extraklasse bewies.

Als Igor Anic nach dem Wechsel auf 24:15 (41.) und kurz danach der ansonsten eher "blass" auftretende Daniel Narcisse auf 27:19 (44.) für die Gastgeber erhöhte, war der erste Heimsieg in trockenen Tüchern. Allein der wurfgewaltige Karol Bielecki bereitete der Kieler Deckung einiges Kopfzerbrechen. Doch auch die neun Tore des polnischen Nationalspielers langten nicht, um ein erstes Zeichen für die Wachablösung des Serienmeisters zu setzen. Fazit: Die Löwen bekamen bei ihrem sechsten Auftritt in Kiel das Fell über die Ohren gezogen - und die "Zebras" können dem Jahr eins nach Karabatic, Lövgren und Kavticnik gelassen entgegenblicken.