TBV Lemgo - TBV-Geschäftsführer mahnt mannschaftliche Geschlossenheit an - Zerbe redet Klartext - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
TBV-Geschäftsführer mahnt mannschaftliche Geschlossenheit an

Zerbe redet Klartext

Irgendwie geht in dieser Saison beim TBV (bis auf das Überraschungs-Remis in Kiel) alles schief. Nach der aufs Peinlichste verpassten Quali für die Champions League, dem blamablen Pokal-Aus in Bad Schwartau kamen jüngst die beiden bösen Heimpleiten gegen den HSV und die Rhein-Neckar Löwen. Zeit für ‚Mr. TBV’ mal Klartext zu reden.

Volker Zerbe, über lange Jahre als Abwehrchef und Torjäger vom Dienst wichtigster Spieler der Ostwestfalen, mittlerweile als Geschäftsführer wirtschaftlich in vorderster Front, sprach die Mängel zwischen dem Debakel gegen den Tabellennachbarn Löwen und der Pflichtaufgabe im EHF-Pokal bei HC Buducnost Podgorica in Montenegro an. „Die Mannschaft wurde gezielt auf die Löwen eingestellt, aber wenn nicht ansatzweise das umgesetzt wird, was die Vorgabe war, dann wird es natürlich schwer“, stellt Zerbe klar, dass Trainer Volker Mudrow – zumindest was das Taktische angeht – aus der Kritik ist.

Gegenseitig mitreißen

Auch die Ausfälle von Sebastian Preiß, Jens Bechtloff, Ferenc Ilyés und dem Dauerverletzten Logi Geirsson lässt er nicht als Begründung für die läppische sieben Tore in den ersten 30 Minuten gegen die Badener und die anderen Fehlleistungen in den Wochen zuvor gelten. „Natürlich treffen uns diese Ausfälle hart. Aber deswegen darf ich nicht so auseinanderfallen. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit kann vieles kompensiert werden. Mir fehlt hier die Einstellung, dass sich die Spieler gegenseitig begeistern und mitreißen“, schimpft Zerbe, der nur „ein Sammelsurium von Einzelspielern“ im TBV-Trikot sah.

Öffentliche Einzelkritik verkneift sich der 284-malige Nationalspieler – fast vollständig. Dass sich Michael Kraus Anfang der Woche in einem Interview über seine persönliche Ambition, in der Champions League zu spielen, ausließ, stört den TBV-Manager gewaltig: „Es sollte sich jeder Spieler darüber bewusst sein, wer sein Arbeitgeber ist und was er dem Verein, den Fans und Sponsoren und vor allem der Mannschaft schuldig ist“, stellt Zerbe fest. „Hier fordere ich 100 Prozent und totale Identifikation von jedem Spieler ein.“