MT Melsungen - Melsungens Trainer entschuldigt sich für die Niederlage - Zinglersen kündigt Konsequenzen an - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Melsungens Trainer entschuldigt sich für die Niederlage

Zinglersen kündigt Konsequenzen an

Ryan Zinglersen stellte sich den Fans, was nach solch einer Abreibung keineswegs selbstverständlich war. "Ich kann mich für diese Leistung nur entschuldigen", erklärte der Trainer der MT Melsungen nach der 23:32-Niederlage gegen den VfL Gummersbach. Und kündigte Konsequenzen an: "Jetzt wird gehandelt, die Zeit des Redens ist vorbei."

Das klingt nach hartem Hund, wobei allerdings auch Ruf und Job des Dänen auf dem Spiel stehen. Schließlich hatte er von Vorgänger Robert Hedin eine weitgehend intakte Mannschaft übernommen, die aber trotz vielversprechender Vorbereitung derzeit völlig von der Rolle ist. Das offenbarte genauso die Lehrstunde des Altmeisters wie die vorausgegangene Blamage in Dormagen. Ein Anpassungsprozess, der einerseits nicht ungewöhnlich ist, andererseits aber die Nordhessen in eine frühe Krise gestürzt hat.

Mannschaft zerfällt in Einzelteile

Weil offenbar Zinglersens Philosophie vom "kollektiven Spiel" bei der Mannschaft nicht ankommt, diese spätestens in Drucksituationen in ihre Einzelteile zerfällt, die dann nicht mehr funktionieren. Wie Vladica Stojanovic. Ein feiner, mit unglaublichen Fähigkeiten gesegneter Handballer, der aber offenbar die Mannschaft nicht führen kann. "Wir haben derzeit keinen echten Spielmacher", beklagt sein Coach Ryan Zinglersen.

Der hat indes die Phase des Probierens und Rotierens für beendet erklärt. Nach der dritten Heimniederlage soll die Mannschaft "ein deutliches Profil" bekommen, Rollen und Verantwortlichkeiten klar verteilt werden. Ohne Rücksicht auf große Namen und individuelle Klasse, die in dieser Saison zu keinerlei Erfolg geführt hat.

Ob er damit die strukturellen Probleme im MT-Kader lösen kann? Etwa die zu seltene Kombination von gutem Angreifer und starkem Abwehrspieler in seiner Mannschaft, was ihn zu regelmäßigen Auswechslungen zwingt, die Gift für das eigene Spieltempo sind. Oder auch die mentale Befindlichkeit seiner Schützlinge in Stressmomenten, die zu schnell (und dann kollektiv) den Kopf hängen lassen.