THW Kiel - HSV Hamburg - Kiel und Hamburg freuen sich über Remis im Bundesliga-Gipfel - Zwei Weltklasse-Teams feiern Punktgewinn - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Kiel und Hamburg freuen sich über Remis im Bundesliga-Gipfel

Zwei Weltklasse-Teams feiern Punktgewinn

Die Schmerzen waren groß, aber Johannes Bitter biss die Zähne zusammen. Trotz seiner Ellenbogenverletzung war der Nationaltorwart vom HSV Hamburg im BundeslöigaGipfel bei Meister THW Kiel der entscheidende Mann.

Bitter hielt den Hansestädtern beim 29:29 (16:17) im Gipfeltreffen der Bundesliga einen Punkt fest und stellte - obwohl erst Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt - sogar Kiels Ausnahme-Keeper Thierry Omeyer in den Schatten. So sorgte der 27-Jährige dafür, dass die Hamburger (27:3 Punkte) Tabellenführer Kiel (28:2) auf den Fersen bleiben.

Hannawald als Aushilfe verpflichtet

Allerdings ist eine Operation für Bitter unvermeidlich: "Es geht so nicht weiter", bestätigte der 27-Jährige. Wann die freien Gelenkkörperchen im linken Ellenbogen entfernt werden, steht aber noch nicht fest. "Wir sehen von Tag zu Tag weiter", erläuterte HSV- Trainer Martin Schwalb. Die Zeit drängt, denn am 19. Januar 2010 will Bitter mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen in die Europameisterschaft in Österreich starten. "Wir müssen einen Kompromiss zwischen dem HSV, der ja mein Arbeitgeber ist, und der Nationalmannschaft finden", erklärte Bitter.

Der HSV hat aber vorgesorgt und den ehemaligen National-Keeper Chrischa Hannawald (19 Länderspiele) verpflichtet. Der 38-Jährige (in der Bundesliga unter anderem für TuSEM Essen und den TV Großwallstadt aktiv) hatte seine aktive Karriere eigentlich schon beendet, ist derzeit Interimstrainer des Nord-Zweitligisten Bergischer HC.

Denkwürdiges Spiel

Vor 10. 250 Zuschauern in der wie immer ausverkauften Kieler Halle waren die Hausherren schon auf 22:19 enteilt und drohten endgültig davonzuziehen. Dann aber kam Bitters große Zeit. Der in der 39. Minute für den ebenfalls starken Per Sandström eingewechselte HSV- Keeper machte den Kasten dicht, wehrte einen Siebenmeter von Filip Jicha ab und parierte auch den letzten direkten Freiwurf des Tschechen.

Nach dem Abpfiff waren sich alle Offiziellen darüber einig, ein denkwürdiges Spiel erlebt zu haben. THW-Coach Alfred Gislason sprach vom Aufeinandertreffen "zweier Weltklasse-Mannschaften. Hamburg hat sich seinen Punkt verdient. Natürlich hätten auch wir nach dem Spielverlauf am Ende mit zwei Punkten da stehen können, aber die Saison ist noch lang", meinte der Isländer.

"Hätte mehr sein können"

Aber auch die Gäste glaubten, durchaus den Sieg verdient gehabt zu haben. "Wenn man hier mit einem Punkt aus der Halle geht, kann man sehr zufrieden sein. Das sind wir auch. Nach dem Spielverlauf hätte es aber auch noch einer mehr sein können", sagte Aufbauspieler Marcin Lijewski. Sein sportlicher Leiter Christian Fitzek behält ein "tolles Spiel" in Erinnerung, das Handball-Deutschland so schon lange nicht mehr gesehen hat. Darin waren sich alle Protagonisten einig.

Die Hatz um den deutschen Meistertitel in der Spielzeit 2009/10 geht also munter weiter. Schon am 23. Dezember stehen die Auswärtsspiele der Kieler in Balingen-Weilstetten und der Hamburger beim TSV Hannover-Burgdorf auf dem Programm. Gerade der Aufsteiger aus Niedersachsen hatte zuletzt durch das 26:25 über den TBV Lemgo für ein echtes Ausrufezeichen gesorgt. Am 22. Mai 2010 steigt dann in der Hamburger Color-Line-Arena das Rückspiel gegen den THW. Spätestens dann wird die Entscheidung im Titelkampf fallen, auch wenn dieser Termin für Johannes Bitter "viel zu weit nach vorn gedacht ist".