Die Elfen peilen die Schale an - Bayer Leverkusen wird nicht mehr so leicht auszurechnen sein - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Die Elfen peilen die Schale an

Bayer Leverkusen wird nicht mehr so leicht auszurechnen sein

Direkt gegenüber der für rund 70 Millionen Euro modernisierten BayArena der Fußballprofis öffnet sich der Vorhang für eine in vielerlei Hinsicht ebenfalls äußerst richtungsweisende Saison: Nach dem Umzug der Basketballer im vergangenen Jahr nach Düsseldorf sowie dem Rückzug der Volleyballerinnen in Liga zwei aus wirtschaftlichen Gründen in diesem Sommer sind einzig die "Elfen" als Bundesliga-Aushängeschild des TSV Bayer 04 unter den Ballsportarten am Standort Leverkusen übriggeblieben.

"Natürlich greifen wir wieder voller Zuversicht nach der Meisterschale. Dabei halten wir unserem offensiven Tempohandball und einer attraktiven Spielweise unverändert die Treue", kündigt Trainerin Renate Wolf an. Allerdings hat die ehemalige Weltklasse-Kreisläuferin durchaus im Hinterkopf, dass unter anderem die Verträge mit ihren vier Nationalspielerinnen Clara Woltering, Anna Loerper, Anne Müller und Laura Steinbach nach dieser Runde auslaufen und somit ein großer Umbruch droht. "Das ist noch reine Zukunftsmusik. Wir konzentrieren uns nun komplett auf die neue Saison, in der wir den jüngsten Trend fortsetzen wollen: Immerhin konnten wir unseren Zuschauerdurchschnitt durch zahlreiche Maßnahmen mehr als verdoppeln", freut sich Wolf wieder auf stimmungsvolle Begegnungen in der Smidt-ARENA als echter Heimfestung.

Schon vor dem ersten Sprungwurf scheint es der 52-Jährigen außerdem wieder einmal gelungen zu sein, ihren Kader punktuell zu verstärken. Für Yvonne Filgert und Silke Meier wurden für die Außenpositionen die Österreicherin Katrin Engel, Sara Walzik (jeweils Nürnberg) sowie Elisabeth Garcia-Almendaris verpflichtet. Da Engel auch im Rückraum als Ersatz für die noch angeschlagene Slowakin Denisa Glankovicova agieren kann, legt sich Wolf vorzeitig fest: "Dadurch ist unser Spiel künftig nicht mehr so leicht auszurechnen, weil sich nicht jeder Angriffszug über unseren starken Rückraum entwickeln muss."

Auch auf die weitere behutsame Entwicklung der drei Junioren-Nationalspielerinnen Penda Bönighausen, Marlene Zapf und Torhüterin Laura Glaser legen Wolf und ihre neue Co-Trainerin Tessa Wienstroer gesteigerten Wert. "Im Idealfall haben wir bis zum Saisonende eine starke Belastung durch Spiele in der Liga, im Pokal und im Europacup der Pokalsiegerinnen. Da ist es besonders wichtig, dass wir in der Breite gut besetzt sind, um gerade den Leistungsträgerinnen immer wieder eine Verschnaufpause zu gönnen."