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Bei Rosengarten fließen Tränen

Das letzte Saisonspiel war eher Nebensache. Die Handballerinnen des Buxtehuder SV hatten im Nachbarschaftsderby gegen die SGH Rosengarten-Buchholz von Anfang an für klare Verhältnisse gesorgt. Schon nach drei Minuten führten die Gastgeberinnen mit 4:0 und bauten diesen Vorsprung kontinuierlich über den Pausenstand von 23:10 auf 40:21 aus.

Während der Buxtehuder SV vor 1.600 Zuschauern in der Halle Nord sich den Play-off-Platz drei erkämpfte und nun gegen den Frankfurter HC im Viertelfinale antreten muss, war die Aufmerksamkeit der Gastmannschaft immer mehr auf den Live-Ticker im Internet gerichtet. "Wie steht es in Trier", war die meist gestellte Frage. Bis fünf Minuten vor dem Spielende führte Buxtehudes Viertelfinalgegner Frankfurt in Trier. Die "Luchse" aus Rosengarten schöpften Hoffnungen - wurden allerdings bitter enttäuscht, als die "Miezen" aus Trier den Rückstand wettmachten und sich mit einem 23:21 den Klassenerhalt sicherten.

Bei der SGH Rosengarten-Buchholz flossen Tränen der Enttäuschung. Nach nur einem Jahr müssen sie das Handball-Oberhaus wieder verlassen. Tränen gab es auch beim Abschied von Melanie Schliecker. Die 37 Jahre alte Linkshänderin (114 Länderspiele und Rekordspielerin des Buxtehuder SV) beendete ihre Handball-Karriere dort, wo sie vor 18 Jahren begonnen hatte, in der Halle Nord. 13 Jahre war sie Publikumsliebling beim BSV, vor fünf Jahren wechselte sie zum Nachbarn Rosengarten.

Buxtehudes Trainer Dirk Leun zollte seinem Team Respekt, sprach von einem phänomenalen Ergebnis. Der BSV war ohne Josephine Techert und Randy Bülau angetreten, zudem fielen Stefanie Melbeck und Kaja Schmäschke verletzt aus. Und trotzdem machte der BSV 60 Minuten lang Druck.