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Bietigheim und Metzingen mit Auswärtssiegen, Abstiegssorgen bei Celle

Das Tabellenbild der Handball Bundesliga Frauen hat sich begradigt: Alle vierzehn Teams haben aktuell fünfzehn Spiele absolviert. An der Spitze liegt weiterhin die SG BBM Bietigheim, die am Wochenende in Dortmund auch im fünfzehnten Spiel die weiße Weste wahrte und die Liga ohne Punktverlust anführt. Mit dem Thüringer HC und der TuS Metzingen liegen zwei Konkurrenten allerdings nur vier Punkte zurück. Der Tabellenvierte HC Leipzig hat sich unterdessen nach durchwachsenem Jahresstart wieder gefestigt und feierte in Blomberg den fünften Liga-Sieg in Serie.

Spitzenreiter Bietigheim war am Samstag in Dortmund gefordert. Unter den Augen von Bundestrainer Michael Biegler hatte die Mannschaft von Martin Albertsen in der Anfangsviertelstunde einige Probleme, setzte sich dann aber nach dem 5:5 kontinuierlich ab und feierte über den 13:9-Pausenstand einen ungefährdeten 28:17-Erfolg. "Gratulation an Bietigheim, sie waren heute die bessere Mannschaft. Das muss man anerkennen", räumte Dortmunds Trainerin Ildiko Barna nach der Niederlage ein. "Wir wollten mehr Tempo ins Spiel bringen, aber Dortmund hat clever das Tempo verschleppt. Das war für uns die Herausforderung heute. Wir haben eine sehr, sehr gute Abwehrleistung gezeigt und Tess Wester dahinter war sehr stark. Im Angriff haben die Mädels gut gespielt und viele Chancen herausgeholt", analysierte Bietigheims Coach Martin Albertsen.

Verfolger Metzingen hielt sich auswärts in Leverkusen ebenfalls schadlos. "In der ersten Halbzeit haben wir uns gut auf die TusSies eingestellt. Im Angriff haben wir leider dennoch zu viele technische Fehler gemacht, die sie dann gnadenlos ausnutzten", resümierte Werkselfen-Chefin Renate Wolf angesichts des 11:15 beim Seitenwechsel. Bei den Gastgeberinnen überzeugte dabei Neuzugang Katja Kramarczyk. "Katja strahlt enorm viel Ruhe aus, das tut uns verdammt gut", so Wolf. Metzingen zog nach Wiederbeginn nach dem zwischenzeitlichen 17:15 allerdings unaufhaltsam davon und feierte einen 32:24-Erfolg. "Insgesamt betrachtet fällt das Endergebnis zu hoch aus. Die TusSies haben verdient gewonnen, ich allerdings hatte mir nach einer starken Trainingswoche mehr erhofft", fügte Renate Wolf hinzu und forderte: "Aus diesen Spielen müssen wir lernen."

Während der Thüringer HC als Tabellendritter am Wochenende spielfrei war, stabilisiert sich der HC Leipzig. Der amtierende Pokalsieger war nach einem schwachen Start ins Jahr aus der Spitzengruppe gefallen, feierte mit dem 31:25 (17:10) in Blomberg nun aber trotz einiger Abgänge den fünften Sieg in Serie und führt das vordere Mittelfeld an. "Ein riesen Kompliment an meine Mannschaft, denn sie hat heute über weite Strecken dem Gegner das Spiel aufdiktiert und absolut verdient gegen zuletzt ganz starke Blombergerinnen gewonnen. Es macht einfach Freude zuzusehen, wie sich dieses Team immer weiter entwickelt und sich von Spiel zu Spiel nochmals steigern kann", lobte Trainer Norman Rentsch sein Team nach dem Auftritt, bei dem Anne Hubinger ihr Comeback feierte und vier Treffer erzielte.

Einen wichtigen Sieg feierte auch der Buxtehuder SV, der mit dem 42:30 (20:12) über Nellingen eine kleine Negativserie mit zwei Niederlagen und zwei Unentschieden beendete und den fünften Tabellenplatz festigte. "Man denkt nach und zögert, daher war es schön, dass die Mannschaft gemerkt hat, dass Dinge wieder funktionieren. Ich kann meine Mannschaft zu dem Ergebnis nur beglückwünschen", erklärte Buxtehudes Trainer Dirk Leun nach der Begegnung. Die Schwaben Hornets hielten in dem Offensiv-Showdown dagegen, reisten aber ohne Punkte mit der Roten Laterne im Gepäck zurück. "Aus unserer Sicht passt einzig das Ergebnis nicht, da wir viele gute Aktionen gezeigt und ein Topteam wie Buxtehude vor Probleme gestellt haben. Es gab viel Positives", erklärte TVN-Coach Pascal Morgant.

Abstiegssorgen plagen auch den SVG Celle. Der Tabellenvorletzte unterlag am Wochenende den Vipers aus Bad Wildungen mit 21:28 (9:15). Nach dem 1:0 gerieten die Gastgeberinnen mit 2:7 in Rückstand, kamen noch einmal auf 9:11 heran und lagen zur Pause mit 9:15 zurück. Bis zum 18:21 herrschte noch Hoffnung, doch angeführt von der zehnfach erfolgreichen Anouk Nieuwenweg zogen die Vipers dann entscheidend davon. Die Gäste konnten sich damit in der Tabelle auf den neunten Platz empor schieben und das Polster auf die Gefahrenzone ausbauen. Celle hingegen braucht weiterhin vier Punkte bis zum rettenden Ufer. Seit Ende Oktober wartet das Team bereits auf ein Erfolgserlebnis. Nach dem Auftritt in Oldenburg kommendes Wochenende dürfte das Heimspiel gegen Schlusslicht Nellingen am 11. März ein Schicksalsspiel werden. Gegenüber der Celleschen Zeitung gab sich Natasha Ahrens kampfeslustig: "Fakt ist, dass wir noch nicht abgestiegen sind. Auch wenn das jetzt viele glauben."