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BVB feiert ausgelassen

Es war ein packendes Spiel mit gutem Niveau. Der 29:28-Erfolg des BVB gegen die Trierer Miezen ist vom Ergebnis her eigentlich nichts Besonderes. Die Situation macht ihn erst zu etwas Außergewöhnlichem, weil den Borussinnen das Wasser bis zum Hals stand. Und weil der Sieg nach einigen unglücklichen, zugleich äußerst enttäuschenden Spielen in dieser Saison so wichtig war, feierten sie, als sei ihnen etwas ganz Großes gelungen. Ausgelassener feiern Meister auch nicht. Als Zuzana Porvaznikova eine halbe Minute vor dem Abpfiff das 29:27 erzielte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Dabei hatte sich Porvaznikova mit dem Treffer nur davor bewahrt, die geballte Wut und Enttäuschung der Zuschauer und Mitspielerinnen auf sich zu ziehen. Denn Sekunden zuvor hatte sie völlig "blank" Triers Torfrau Anna Monz angeschossen. Halbhoch. Eine handballerische Todsünde. Trier glich durch Svenja Huber zum 27:27 aus. Dagmara Kowalska legte von Linksaußen nach (28:27), ehe die Slowakin ihr persönliches Happyend feierte. Spielerisch war es vielleicht die beste Borussia dieser Saison (54 Prozent Effektivität im Angriff), die schon zur Halbzeit hätte führen können. "Das sind typische Spiele, die man am Ende knapp verliert", unkten die Fans zur Pause. Viermal hatten die Dortmunderinnen bis dahin freistehend vergeben. Und dazu noch naiv, weil nicht nah genug gegen Nadja Nadgornaja (7/1) und Lidia Jakubisova (6) gedeckt. "Der BVB hat auf jeden Fall verdient gewonnen", sagte nachher Thomas Happe, "verdient, weil er vom Kampf und Engagement her bis zum Ende durchgehalten hat. Wir haben es nicht geschafft, uns so, wie es nötig gewesen wäre, dagegen zu stemmen." Gustl Wilke freute besonders, dass "die Mannschaft bis zuletzt an sich geglaubt hat und dass sich alle gegenseitig gepusht haben."