Bescheidenheit angesagt: Klassenverblei b - Der Thüringer HC zieht die Konsequenzen aus der verkorksten Saison 2008/09 - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Bescheidenheit angesagt: Klassenverblei b

Der Thüringer HC zieht die Konsequenzen aus der verkorksten Saison 2008/09

"Wir haben in dieser Woche einen Riesenschritt nach vorn gemacht" , freute sich Trainer Dago Leukefeld nach dem dritten Platz beim Ladies-Cup in Schmelz. Immerhin bezwangen die Thüringerinnen da im kleinen Finale Vizemeister Bayer Leverkusen 28:22, selbst wenn der nicht in absoluter Top-Besetzung antrat. Aber auch der Thüringer HC musste lange ohne Spielmacherin Lucie Fabikova auskommen, die sich einen Finger auskugelte.

Doch die blonde Tschechin ist wieder fit, wie die ganze Mannschaft auch. "Wir hoffen, dass wir diesmal ohne größere Verletzungen durch die Vorbereitung kommen", so der Coach. Nur ungern erinnert er sich an den vergangenen Sommer, als mit Nadine Härdter, Lucie Fabikova und Petra Starcek gleich drei wichtige Spielerinnen ausfielen. Das war der Anfang vom eigentlich bitteren Ende. Nur die Insolvenz von Nürnberg und später der Rhein- Main Bienen bewahrte den THC vor dem Gang in die zweite Liga. "Unser Ziel lautet diesmal von vornherein ganz klar nur Klassenerhalt", erklärte Dago Leukefeld.

Als Kontrahenten macht er dabei in erster Linie die beiden Aufsteiger und Dortmund aus. "Andere Teams wie Blomberg, Oldenburg oder auch Buxtehude haben sich weiter verstärkt, wir konnten fast nur Ergänzungsspieler holen", begründet der Trainer die Zurückhaltung. Der Etat gibt nicht mehr her, finanzielle Abenteuer gehören nicht zur Philosophie des Vereins. Dennoch sollten Ulrike Jahn und Gabi Kneer dem THC weiterhelfen.

Zwei Neue sollten in der Lage sein, sich einen Platz in der Stammsieben zu erobern. Zum einen ist das die Ex-Nürnbergerin Franziska Garcia-Almendaris, die am Kreis die nach Göppingen zurück gekehrte Christine Dangel ersetzt. Zum anderen ist das ganz sicher Torhüterin Maike März, die aus Trier nach Thüringen kam und eigentlich mit Katarina Bralo ein starkes Duo bilden sollte. Doch der Vertrag mit der Kroatin wurde in der vergangenen Woche aus privaten Gründen aufgelöst. Da sich der ansonsten so offenherzige Coach darüber ausschweigt, ist eher anderes zu vermuten.

So bleibt als wichtiger Pluspunkt der Teamgeist. "Allein die Tatsache, dass bis auf Bralo alle mit in die zweite Liga gehen wollten, sagt eine Menge aus", zollt der Trainer seiner Mannschaft Respekt. Er weiß natürlich auch um die spielerische Klasse seines Teams, das an einem guten Tag jeden Bundesliga-Kontrahenten schlagen kann.