Der Geheimtipp aus dem Norden - Der VfL Oldenburg will zur dritten Kraft im deutschen Frauenhandball aufsteigen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Der Geheimtipp aus dem Norden

Der VfL Oldenburg will zur dritten Kraft im deutschen Frauenhandball aufsteigen

2008 Gewinner des Challenge-Cups, 2009 deutscher Pokalsieger: Die Handballerinnen des VfL Oldenburg fuhren zuletzt Jahr für Jahr einen Titel ein. Einerseits bestätigen diese Erfolge die kontinuierliche Aufbauarbeit und den immer professionelleren Umgang mit dem Frauenhandball im Nordwesten Deutschlands.

Auf der anderen Seite wecken sie neue Begehrlichkeiten. "Ich respektiere, wenn die Menschen Träume haben", sagt Erfolgstrainer Leszek Krowicki, "aber ich muss auch Realist bleiben. Dazu habe ich im Sport einfach schon zu viel erlebt." Damit will er wohl sagen: Auch der VfL Oldenburg verfügt noch nicht über eine eingebaute Titelautomatik. "Jetzt vorschnell Hoffnungen zu schüren, wäre unvernünftig", sagt auch die neue Spielführerin Sabrina Neuendorf. "Denn wir sind nicht die einzigen, die oben anklopfen wollen."

Krowicki muss nach den Abgängen von Kathrin Scholl, Carolin Schmele und Haege Fagerhus vier neue Spielerinnen einbauen. Während die Ex-Leipzigerin Ulrike Stange auf der Rechtsaußenposition längst ein Leistungsbestandteil des Teams ist, braucht die Integration der wurfgewaltigen Linkshänderin Anita Herr, der vielseitigen Ex-Zweitligaspielerin Monic Burde (Garßen-Celle) sowie der ehrgeizigen Barbara Hetmanek aus der VfL-Zweiten erwartungsgemäß noch ihre Zeit.

Eine ganz neue Erfahrung in Oldenburg macht dabei die Ungarin Anita Herr. Das Tempospiel des VfL verlangt von der 22-jährigen Rückraumspielerin eine enorme Umstellung. "So schnell hat sie wohl noch nie Handball gespielt", sagt Krowicki, der dennoch von seiner Wunschspielerin überzeugt ist. "Sie ist noch jung, und wir können froh sein, eine Spielerin mit einer interessanten Perspektive verpflichtet zu haben."

Dennoch: Auch ohne "Kaddy" Scholl ist der VfL nun noch breiter ausgestellt und verfügt in Anita Herr erstmals seit Jahren wieder über eine Linkshänderin im Rückraum, womit der VfL taktisch noch mehr zu bieten hat. Auch wenn es in Oldenburg keiner sagt, so ist das Saisonziel eigentlich formuliert: Die Grün-Weißen wollen hinter Leipzig und Leverkusen zur dritten Kraft im deutschen Frauenhandball aufsteigen. Ein Geheimtipp ist der VfL allemal.

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