Folgen des Dopingskandals - DHB fordert Regress und ändert Kontrollsystem - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Folgen des Dopingskandals

DHB fordert Regress und ändert Kontrollsystem

Der Deutsche Handballbund (DHB) fordert von der Mannheimer Firma Serco 6000 Euro Regress. Das sagte der DHB- Vizepräsident Recht und Antidopingbeauftragte Heinz Winden.

Demnach will der Verband die ihm in dieser Höhe entstandenen Kosten für Reisen, Honorare, Proben und DNA-Analysen zurück. Zwei Mitarbeiter der Firma sollten im Auftrag des DHB im Dezember des vergangenen Jahres und im Januar bei zwei Spielen Doping-Proben nehmen. Dort sollen sie jedoch nie aufgetaucht sein und stattdessen eigene Proben abgegeben haben.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls hatte der DHB am 29. Januar 2010 die zuständigen Gremien des Welthandball-Verbandes IHF, des europäischen Verbandes EHF, die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und die nationale Behörde NADA schriftlich über den Sachverhalt informiert. Zuvor war der DHB selbst aktiv geworden, nachdem das Dopingkontrolllabor Köln ihn über die auffälligen Proben in Kenntnis gesetzt hatte. Erst auf die Recherchen des DHB hin und entsprechendem Druck auf die Firma waren die betroffenen Mitarbeiter geständig gewesen.

«Wir haben daraufhin die Zusammenarbeit mit der Firma Serco gekündigt und unser Kontrollsystem geändert. Wir setzen jetzt auf namentlich bekannte externe Kontrolleure, die auch in anderen Sportarten aktiv sind und sich bewährt haben. Jeder neue Kontrolleur wird von fachlich geschulten DHB-Mitarbeitern mindestens einmal direkt kontrolliert und bei der Arbeit beobachtet», erklärte Winden.

Alle Kontrollen sollen von zwei Kontrolleuren durchgeführt werden, auch wegen des großen bürokratischen Aufwandes, bemerkte der DHB- Rechtsexperte. Zudem wurde bei der NADA angeregt, Kontrolleure zu akkreditieren und alle zwei Jahre neu zu zertifizieren. «Das ist aber leider nicht auf fruchtbaren Boden gefallen», sagte Winden.