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Frauen-Bundesliga

Die letzten Fragen sind beantwortet

Einige Fragen waren am letzten Spieltag der Frauenbundesliga noch offen. Beispielsweise, ob der Thüringer HC auch im 32. Spiel der Liga ungeschlagen bleibt. Dem Meister gelang dieses Kunststück: Vor 2.679 Zuschauer siegte das Team von Herbert Müller beim Tabellenzweiten in Leipzig. Als einziger Minuspunkt steht nach einer langen Saison das 27:27 vom 4. Spieltag in Buxtehude zu Buche. Der Buxtehuder SV beendete nach einem Auswärtserfolg in Leverkusen die Partie auf dem dritten Rang. In der unteren Hälfte siegte Blomberg auch im letzten Spiel und sicherte sich den siebten Platz im Gesamtklassement. Als Absteiger stand die HSG Bensheim/Auerbach bereits fest, das Team verabschiedete sich mit einem 24:31 gegen Göppingen.

 

"Wir werden alles daran setzen, dieses letzte Spiel zu gewinnen", hatte Maike März vor dem Duell mit dem HC Leipzig erklärt. Obwohl der Thüringer HC bereits als Meister feststand und Verfolger HC Leipzig den zweiten Platz sicher hatte, sollte es in Leipzig vor 2.679 Zuschauern ein packendes Duell geben. Die Gastgeberinnen hatten die Begegnung als Pokalsieger zum inoffiziellen Supercup erklärt, der Thüringer HC wollte die Spielzeit ungeschlagen beenden. Und dies gelang den Gästen, die sich beim 8:5 erstmals leicht absetzen konnten. Leipzig ließ sich aber nicht abschütteln, kämpfte sich immer wieder heran. Der Thüringer HC ließ sich den Erfolg aber nicht mehr nehmen, angeführt von Alexandrina Barbosa verbuchte der Meister ein 39:31 (21:17).

 

Den einzigen Punkt in dieser Spielzeit hatte der Thüringer beim Buxtehuder SV gelassen. Für diesen ging es am letzten Spieltag im direkten Duell in Leverkusen um den dritten Platz im Gesamtranking. In einer packenden Begegnung hatten die Gäste vor 1.200 Zuschauern das bessere Ende auf ihrer Seite, sie siegten mit 30:29. "Unsere Saisonvorgabe war ein Platz in den Top Vier, von daher haben wir unser Ziel erreicht", zeigte sich Leverkusens Geschäftsführerin Renate Wolf trotz der abschließenden Niederlage insgesamt zufrieden. "Der dritte Platz ist nach dieser schwierigen Saison ein super Resultat, auf das wir alle sehr stolz sein können", freute sich Buxtehudes Trainer Dirk Leun und lobte: "Wir haben auf jede Aufgabe, die uns Leverkusen gestellt hat, eine passende Antwort gefunden."

 

Auch um den fünften Platz gab es ein direktes Duell, die punktgleichen Teams aus Oldenburg und Metzingen trafen aufeinander. Eng ging es dabei zu, die letzten Aktionen setzten die scheidenden Akteurinnen für

Oldenburg: Anna Loerper legte für Maike Schirmer das vorentscheidende

28:25 auf und Wiebke Kethorn sorgte für das finale 29:26. "Unser erstes Ziel war der Klassenerhalt. Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass wir mehr können", zog Metzingens Trainer Alexander Job ein positives Fazit und freute sich bereits auf einen Neuzugang: "Kommende Saison wollen wir mit Anna Loerper noch besser werden." Oldenburgs Coach Leszek Krowicki sah die Saisonvorgabe ebenfalls erfüllt: "Wir haben das Ziel, Vierter oder Fünfter zu werden, vor der Saison formuliert - das haben wir erreicht."

 

Den ersten Platz in der unteren Tabellenhälfte hatte die HSG Blomberg-Lippe bereits vor dem letzten Spiel sicher, der Gast aus Trier reiste bereits mit dem sicheren Klassenverbleib in der Tasche an - entsprechend locker ging es auf dem Spielfeld zu. Die 822 Zuschauer sahen dabei eine unterhaltsame Partie, in der die Gastgeberinnen beim

7:8 mit einem Rückstand konfrontiert waren. In der torreichen Begegnung, beide Teams hatten bereits nach zwölf Minuten jeweils zehn Tore auf der Habenseite, setzte sich Blomberg dank einer verbesserten Deckung etwas ab, Trier hielt bis zum 21:18 zur Pause aber den Anschluss. Vier Treffer nach Wiederbeginn stellten dann aber die Weichen zum ungefährdeten 37:31-Erfolg, auf den die emotionale Verabschiedung der scheidenden Spielerinnen folgte.

 

Emotional ging es auch in Bensheim/Auerbach zu, der Abstieg der Gastgeberinnen war bereits vor der letzten Partie besiegelt. In dieser hielt Bensheim/Auerbach zunächst gut mit den Gästen aus Göppingen mit.

Die Frauen von Frisch Auf nahmen mit dem 18:17 nur eine knappe Führung mit in die Pause. Nach Wiederbeginn setzte sich Göppingen mit vier Treffern auf 22:17 ab und verteidigte auch dank der Treffer von Beate Scheffknecht, Maria Kiedrowski und Alena Vojtiskova die Führung in der Folge bis zum 31:24-Erfolg. Bei Bensheim/Auerbach war Antje Lauenroth mit sechs Toren die erfolgreichste Werferin. "Trotz der Niederlage ist diese Mannschaft sensationell", so Trainer Helmut Richter auf der Pressekonferenz.

 

Für die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern gab es am letzten Spieltag unterdessen eine Premiere, erstmals gelang es in dieser Saison nach einem Erfolg einen zweiten Sieg nachzulegen. Das Finale hatte dabei einiges an Symbolkraft, denn beim Stand von 26:26 durfte ausgerechnet die nach einer Kreuzbandverletzung kaum noch im Rampenlicht stehende Lisa Schenk den vorentscheidenden Treffer zum 27:26 erzielen und als dann die ebenfalls scheidende Mannschaftsführerin Eva Frank mit der Schlusssirene aus 25 Metern Entfernung in das mittlerweile verwaiste Bietigheimer Tor traf, war dies der perfekte Schlussakkord einer bewegten Spielzeit. "Der Zusammenhalt in dieser Mannschaft war ungeachtet aller Höhen und Tiefen enorm und wir werden euch niemals vergessen", so Eva Frank stellvertretend für die Abgänge.