Interview mit Søren Jeppesen - „Die Mannschaft hat über die Gründe meiner Beurlaubung gelacht“ - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Interview mit Søren Jeppesen

„Die Mannschaft hat über die Gründe meiner Beurlaubung gelacht“

Seine Beurlaubung habe ihn wie eine Bombe getroffen, erzählt Søren Jeppesen. Die Nacht zum Freitag habe er nicht geschlafen, sagt der Däne, der erst im Juli sein Amt bei der HSG Bad Wi8ldungen angetreten hatte.

Herr Jeppesen, können Sie Ihre Beurlaubung nachvollziehen?
Søren Jeppesen: Ich kann die Entscheidung nicht verstehen und nicht akzeptieren. Sie hat mich völlig überrascht. Ich war davon schockiert. Das war wie eine Bombe für mich. Die Gründe, die mir Dirk Ex und Markus Berchten in dem einstündigen Gespräch vor dem Training genannt haben, akzeptiere ich nicht. Der Klassenerhalt hat für Bad Wildungen Priorität und ich denke, dass ich diesbezüglich zusammen mit der Mannschaft einen guten Job gemacht habe. Wenn wir noch zwei, drei Punkte in der Rückrunde geholt hätten, wäre er geschafft gewesen.

Welche Gründe wurden Ihnen denn genannt?
Der erste Grund war, dass ich die Rückendeckung der Mannschaft verloren hätte. Ich weiß aber, dass die Mannschaft mich unterstützt. Ich habe seit Donnerstagabend viele Anrufe von Spielerinnen erhalten. Der zweite Grund war, dass ich zu wenig beim A-Jugend-Training gewesen sei. Nachdem ich dort vor der Saison zwei bis drei Trainingseinheiten wöchentlich gemacht habe, habe ich kurz vor dem Bundesligastart gesagt, dass ich meinen Fokus zu hundert Prozent nur auf ein Team, nämlich die Bundesligamannschaft, und nicht die A-Jugend legen kann. Das hat der Sportliche Leiter auch akzeptiert und später auch nicht gefragt, ob ich die A-Jugend trainieren kann. Der dritte Grund, der mir genannt wurde, war, dass ich für zwei, drei Spielerinnen keine Trainingspläne erstellt hätte. Dabei hatten diese wegen ihrer Ausbildung oder Schule gar keine Zeit zu trainieren, auch wenn der Sportliche Leiter wollte, dass sie Extratraining machen.

Gab es keine Indizien für Ihre Freistellung? Gerüchten zufolge sollen Sie vor Wochen eine Abmahnung bekommen haben.
Das stimmt nicht. Ich habe auch keine Gelbe Karte bekommen.

Die Initiative zu Ihrer Freistellung soll laut Berchten und Ex von den Gesellschaftern Katharina Merck, Alexander Eysert und den drei Vertretern des Lizenzgebers VfL Bad Wildungen ausgegangen sein.
Von denen hat keiner Handballverstand. Die wissen vom Handball gar nichts. Die denken, dass man mit 16- und 17-Jährigen Bundesliga spielen kann. Das kann man mit einer Xenia Smits, aber nicht mit Mädels wie Julia Ammann. Wir spielen Bundesliga. Da muss ich die Besten aufstellen, denn wir sind nicht in der Kreisliga. Was hier passiert, ist echt komisch und nicht professionell.

Sind Sie möglicherweise dem Sparkurs der Vipers zum Opfer gefallen?
Das weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass Dirk Ex nach Lösungen sucht, um Geld zu sparen.

Wie hat die Mannschaft Ihre Beurlaubung aufgenommen?
Die meisten Spielerinnen waren sauer.

Wer hat das Team unterrichtet?
Ich.

Sie?
Ja, ich. Ich bin offen und ehrlich und muss nicht lügen. Ich habe der Mannschaft, während Berchten, Ex und Karsten Moos draußen waren, die Gründe genannt, die mir genannt wurden.

Wie hat das Team darauf reagiert?
Sie haben gelacht.